Über eine Venezuela-Lehre wird zu wenig gesprochen
Noch immer wird fleißig kommentiert und analysiert, welche Folgen die US-Intervention in Venezuela hat. Mehr und mehr setzt sich aber das Narrativ durch, dass zumindest die Auswirkungen für die Finanzmärkte erst einmal überschaubar sein werden. Am Aktienkurs von Chevron lässt sich gut erkennen, wie nach der Euphorie der Realismus Einzug hält. Schon am Montag hatte die Aktie einen guten Teil ihrer Gewinne abgegeben, am Dienstag ging es weiter nach unten. Inzwischen steht der Kurs wieder quasi da, wo er vor dem Wochenende stand.

Zwar verfügt Venezuela über gewaltige Öl-Reserven. Damit die Produktionskapazitäten wieder steigen, müssen die westlichen Ölunternehmen in die marode Ölinfrastruktur kräftig investieren. Dafür benötigen sie hinreichend Investitionssicherheit. Erst wenn sie sicher sein können, dass das Land politisch stabil ist und ihre Investitionen sich langfristig amortisieren, werden sie in die Erschließung der weltgrößten Ölreserven investieren.