Nach dem Krieg die Stagflation?

Nach dem Krieg die Stagflation?

Die Ölpreise sind gestern fast genauso schnell wieder gefallen, wie sie zuvor gestiegen waren. Grund sind Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende nach einem CBS-Interview von US-Präsident Trump. Der Krieg sei „ziemlich abgeschlossen“ und der Konflikt werde „sehr bald“ enden. Anleger lesen daraus eine einseitige Verhandlungsbereitschaft der USA und setzen auf die TACO-Logik in Trumps Politik: Der US-Präsident hält den Druck in politischen Entscheidungen immer nur so lange aufrecht, wie es nicht zu allzu starken negativen Ausschlägen an den Märkten kommt. Dieser Zeitpunkt war mit dem Anstieg des Ölpreises auf fast 120 Dollar gestern offenbar erreicht.

Die Entwicklung unterstreicht, wie unsicher die Lage ist. Dinge können sich schnell in die eine oder in die andere Richtung entwickeln. Das macht es für Anleger schwierig, sich richtig zu positionieren. Nichts tun ist da keine schlechte Strategie.

Die Gefahr für die Börsen ist aber nicht gebannt. Trump mag den Krieg einseitig für nahezu beendet erklären, doch die Frage bleibt, ob der Iran derselben Meinung ist. Vor allem muss nun der Beweis erbracht werden, dass die Straße von Hormus wieder sicher für die Passage von Dutzenden Tankern ist, die Öl und Gas in die Welt exportieren wollen.