Haben wir eher 1998 oder schon das Jahr 2000?

Haben wir eher 1998 oder schon das Jahr 2000?

Die Börse ist glückselig. Die unmittelbare Bedrohung durch den Iran-Krieg scheint durch das Abkommen fürs Erste beseitigt. Damit nimmt auch der Druck auf die US-Notenbank Fed ab, die Zinsen zu erhöhen. Mit dem Ölpreis sind auch die Inflationserwartungen in sich zusammengefallen. Fed-Chef Kevin Warsh wird daher argumentieren können, dass der starke Anstieg der Teuerungsrate nur vorübergehend ist.

Mit dem Abkommen sind die die Inflationserwartungen der Märkte wieder auf den Stand vor Ausbruch des Krieges gefallen

Wie weit kann die KI-Euphorie die Märkte noch tragen? Um die Situation mit der Dotcom-Ära zu vergleichen: Haben wir eher 1998 und stehen erst am Anfang? Oder befinden wir uns eher im Jahr 2000 und der Kollaps steht bevor?

Diese Frage stellte ich im „Money + Mind“-Webinar auch Thierry Borgeat. Er sieht noch keine unmittelbare Crashgefahr. Dafür sei die Euphorie noch nicht stark genug.

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Gleichwohl kann es auch Thierry nicht fassen, was gerade an der Börse los ist:

„Der Markt im Tech-Bereich wird wirklich längst nicht mehr auf fundamentaler Ebene gesteuert, sondern nur noch von Narrativen. Es bringt gar nichts, sich jetzt noch Kennzahlen wie das KGV oder das Kurs-Umsatz-Verhältnis anzuschauen. Das ist alles nur noch Feenstaub. Da lässt sich rational nicht mehr argumentieren.“
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Und er sagt auch:

„Das letzte Mal, dass der Markt so gesponnen hat wie jetzt – wo irgendeine Aktie einfach mal plus 100 Prozent macht und die, die eigentlich attraktiv ist, minus 20 Prozent –, das gab es zuletzt in der Dotcom-Ära. Das lassen wir einfach mal so im Raum stehen. Was das konkret bedeutet, sehen wir erst in fünf Jahren. Dann wissen wir Bescheid und im Nachhinein wird natürlich alles völlig klar gewesen sein. Aber aktuell ist es einfach absolut Banane.“
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Spannend wird sein, wie der Markt den Sommer übersteht. In der Vergangenheit waren die Sommermonate in Zwischenwahljahren keine gute Börsenphase. Es gab teilweise heftige Korrekturen. Im Schnitt lagen sie über die letzten Jahre bei 18 Prozent.

Das heißt: Der Markt steht vor einer Bewährungsprobe. In der momentanen Euphorie halte ich es aber für durchaus möglich, dass er auch diesen Test meistert.

Hier kannst Du Dir die ganze Aufzeichnung anschauen:

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