Wird der Renditeanstieg bei Anleihen zur Gefahr für den Aktienmarkt?

Wird der Renditeanstieg bei Anleihen zur Gefahr für den Aktienmarkt?
Die Rendite von 10-jährigen US-Staatsanleihen pendelt um die Marke von fünf Prozent. Quelle: Bloomberg

Staatsanleihen befinden sich derzeit im Tiefflug. Die Zinsen auf 30-jährige US-Treasuries liegen mittlerweile mit 5,30 Prozent auf dem höchsten Niveau seit knapp 20 Jahren – trotz der Mini-Intervention seitens der US-Administration. Und auch die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen sind deutlich gestiegen (siehe Titelgrafik). Die Gründe für den Anstieg sind vielfältig:

  • eine global ausufernde Staatsverschuldung
  • Unternehmen nehmen Kredite in Rekordgeschwindigkeit auf (siehe Grafik)
  • Inflationssorgen wegen steigender Ölpreise

Doch ab wann wird der Zinsanstieg für die Aktienmärkte zum Problem? Schließlich notieren diese weiterhin nahe ihrer Höchststände. 

Neuemissionen auf dem US-Unternehmensanleihemarkt seit Jahresanfang im Vergleich zu vorherigen Kalenderjahren (Mrd. USD, Jan. – Aug.); Quelle: Berenberg

Die klassische Textbuchtheorie aus dem Wirtschaftsgrundstudium ist hierzu relativ simpel: Durch die höheren Zinsen werden die künftigen Unternehmensgewinne so stark diskontiert, dass dies den Gegenwartswert der Aktien senkt. Höhere Renditen müssten daher zu niedrigeren Bewertungen führen – zumindest suggeriert dies die Textbuchtheorie.

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