Warsh kann heute Abend nur verlieren

Warsh kann heute Abend nur verlieren
Fed-Chef Kevin Warsh; Quelle: Imago

Donald Trump hat Kevin Warsh nicht ins Amt gebracht, damit dieser die Zinsen erhöht. Als der US-Präsident den früheren Notenbanker Anfang des Jahres für die Spitze der Federal Reserve nominierte, verband sich damit im Weißen Haus eine klare Hoffnung: Mit Warsh sollte jene Ära enden, in der Trump öffentlich gegen die aus seiner Sicht viel zu hohen Zinsen wetterte und Fed-Chef Jerome Powell regelmäßig attackierte. Am Mittwoch könnte nun ausgerechnet Trumps Wunschkandidat die Zinsen zum ersten Mal seit Juli 2023 anheben.

Das macht die Fed-Sitzung ungewöhnlich brisant. Es geht um einen Viertelprozentpunkt – aber auch darum, wem sich Warsh verpflichtet fühlt: dem Präsidenten, der ihn ausgewählt hat, oder der Glaubwürdigkeit der Institution, die er seit Mai führt. Warsh muss sich fragen: Folgt er den Inflationsdaten und erhöht die Zinsen – oder kommt er Trumps Forderung nach niedrigeren Zinsen nach?

Das Problem ist, dass Warsh mit seiner Rede in Jackson Hole gewaltige Erwartungen geschürt hat. Überraschend falkenhaft bekannte er sich zum Inflationsziel von zwei Prozent und stellte klar, dass die Fed in der Verantwortung sei. Die Grafik zeigt gut, wie sich seitdem die Zinserwartungen nach oben geschoben haben.

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