Es muss erst noch schlimmer werden...
Vier Wochen lang haben die Börsen einen zeitlich begrenzten Konflikt im Mittleren Osten eingepreist. Mit dem Kriegseintritt der Huthi-Milizen am Wochenende und der wachsenden Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes von US-Bodentruppen müssen sich die Anleger zunehmend mit dem Risiko eines zeitlich ausgedehnten Kriegs auseinandersetzen. Die deutlichen Kursverluste am Freitag deuten zunehmend auf eine Kapitulation der optimistischen Anleger hin. Nun hoffen die Märkte auf eine Bestätigung durch den Iran, dass Gespräche mit den USA tatsächlich stattfinden.
Die Aktienbörsen haben ein Szenario einer milden Wachstumsabschwächung durch einen Brentölpreis um 100 Dollar bereits eingepreist. Was der Markt bislang nicht berücksichtigt hat, ist eine spürbare Revision der Wachstums- und Inflationsschätzungen – so wie zuletzt am „Liberation Day“. Dieses Risiko würde sich öffnen, wenn der Ölpreis nachhaltig über 120 Dollar steigt. In solchen Phasen kam es historisch häufig zu Rücksetzern am Aktienmarkt von 15 bis 20 Prozent.
Die Öl-Futures gehen bisher nicht von so einem düsteren Szenario aus. Momentan ist eingepreist, dass der Ölpreis bis zum Sommer bei um die 100 Dollar steht. Ab August geht es aber runter in eine Spanne zwischen 80 und 90 Dollar bis zum Ende des Jahres.

Die Meldungen über die Verlegung von US-Bodentruppen sehe ich in diesem Zusammenhang mit gemischten Gefühlen.