Eines der klügsten Wörter der Welt: Lagom
Es gibt eine bemerkenswerte Anekdote über John D. Rockefeller. Er besaß schon zu Lebzeiten ein Vermögen von 900 Millionen Dollar. Umgerechnet auf die heutige Zeit entspricht die Summe ungefähr 29 Milliarden Dollar. Quelle seines Reichtums war unter anderem die Standard Oil Company, die eine praktisch monopolartige Stellung innehatte und 1911 von der Regierung zerschlagen wurde. Ob Exxon, Chevron oder ConoccoPhilipps – eine ganze Reihe der heutigen Öl-Konzerne gehen auf die Aufspaltung der Standard Oil Company zurück.
Doch trotz dieses gewaltigen Vermögens gab Rockefeller einem Journalisten eine bemerkenswerte Antwort, als dieser wissen wollte, wieviel Geld genug sei. Rockefeller entgegnete: „Just a little bit more“ – nur ein kleines bisschen mehr.
Knapp 100 Jahre später ist es natürlich schwierig zu sagen, wie Rockefeller diesen Satz meinte. Sprach die Gier aus ihm? Oder vielleicht eine tiefere Einsicht? Denn Rockefeller könnte den Satz auch durchaus ironisch gemeint haben, um deutlich zu machen, dass er die Frage für töricht hielt.
Die Frage des Reporters geht ja davon aus, dass eine bestimmte Geldsumme vollständige Zufriedenheit bringen würde. Rockefeller hätte mit seiner Antwort „nur ein bisschen mehr“ auf witzige Art gezeigt, dass das eine naive Vorstellung ist. Rockefeller dürfte klug genug gewesen sein, um zu wissen, dass materielle Besitztümer niemals dauerhaftes Glück bringen können.
An dieser Stelle kurz noch eine andere Anekdote: J. Paul Getty (1892 – 1976) war ebenfalls einer der reichsten Männer seiner Zeit. Als er gefragt wurde, worauf er neidisch sei, antwortete er: „Ich beneide Leute, die jünger und fröhlicher sind als ich. Ich habe mir immer gewünscht, ich hätte eine bessere Persönlichkeit, ich könnte Menschen besser unterhalten. Ich habe mir immer Sorgen gemacht, ich könnte ein wenig langweilig sein.“