Das nächste Ultimatum läuft ab / Investieren in Drohnen

Das nächste Ultimatum läuft ab / Investieren in Drohnen
Auch die USA setzen auf Drohnen; Quelle: Imago

Die Börse erwartet den Ablauf eines neuen Ultimatums von US-Präsident Donald Trump. Wieder und wieder hat er es verlängert; nun endet es um 2 Uhr nachts (MEZ). Ursprünglich sollte es nur bis zum 24. März dauern. In den vergangenen Tagen verschärfte Trump noch einmal seine Rhetorik und drohte mit „Höllenfeuer“ sowie damit, den Iran praktisch auszulöschen.

Sonderlich beeindruckt zeigt sich das Mullah-Regime davon allerdings nicht. Das macht deutlich, wer hier in der stärkeren Verhandlungsposition ist. Natürlich würden heftige Angriffe Leid für die Bevölkerung bedeuten. Ein Regime, das Demonstranten zu Tausenden niederschießen lässt, dürfte das aber wenig kümmern. Erst wenn es um den eigenen Fortbestand bangen muss, kann man auf ein gewisses Einlenken hoffen. Der Einsatz von Bodentruppen wäre ein solcher Auslöser. Bis dahin besteht das Problem darin, dass gerade die Blockade der Straße von Hormus dem Regime die dauerhaft beste Überlebenschance (Macht, Einfluss, Einnahmen) zu bieten scheint.

Eine rasche Deeskalation ist damit unwahrscheinlich. Die Risiken für die Energiepreise sind klar nach oben gerichtet. Für Anleger ist der Zeitpunkt noch nicht gekommen, die geopolitische Situation im Mittleren Osten ignorieren zu können. Gleichzeitig haben die Märkte damit begonnen, die gestiegenen Ölpreise stärker auf ihre Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum hin zu überprüfen. Die Angst der Anleger vor Gewinnwarnungen der Unternehmen wächst. Zuvor war der Blick vor allem auf die Inflation gerichtet. Das ist eine typische Entwicklung nach Ölpreisspitzen der Vergangenheit – nur wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ob der Ölpreis bereits seinen Höhepunkt erreicht hat oder nicht.

Warum schwächeln Rüstungsaktien?

Mit Blick auf die Börse ist interessant, dass Rüstungsaktien gar nicht so sehr vom Iran-Konflikt profitieren. Schon seit Mitte 2025 bewegen sie sich unter starken Schwankungen eher seitwärts.

Das ist insofern überraschend, als der Iran-Konflikt noch einmal zu einer massiven Aufrüstung weltweit führen dürfte. Insbesondere dürften die Länder bemüht sein, ihre Abhängigkeit vom Ausland zu reduzieren. Bei Morgan Stanley heißt es dazu:

„Einer der wesentlichen Alpha-Treiber an den globalen Märkten für das verbleibende Jahr 2026 sowie voraussichtlich 2027 und darüber hinaus ist das massive Bestreben vieler Nationen, ihre Abhängigkeiten von anderen Staaten in den entscheidenden Bereichen für wirtschaftliche Stabilität und Wohlstand zu beseitigen – angefangen bei der Energieversorgung über die nationale Sicherheit bis hin zur technologischen Wettbewerbsfähigkeit.“

Wenn es für die eher schwache Performance von Rüstungsaktien einen guten Grund gibt – jenseits des Klischees „Buy the rumor, sell the fact“ –, dann liegt er in der Asymmetrie. Der Iran, primär mit billigen Drohnen bewaffnet, scheint sich zu behaupten oder in strategischer Hinsicht sogar zu gewinnen, ungeachtet der massiven waffentechnischen Überlegenheit der USA. Massive Ausgaben für hochmoderne, schlagkräftige Waffen der größten Rüstungskonzerne sind für die Welt möglicherweise nicht der beste Weg zur Wiederaufrüstung.

Investieren in Drohnen

Eine durchaus interessante These. Wer sie teilt, für den ist vielleicht der Drone-ETF interessant, den HANetf vor Kurzem eigentlich mit Blick auf den Ukraine-Krieg aufgelegt hat. Dort zeigt sich beinahe täglich die große Bedeutung von unbemannten Luftfahrzeugen. HANetf sieht den Drone-ETF (ISIN: IE0003XW12I8) als Europas ersten Pure-Play-Drohnen-ETF. Das heißt, die Verwässerung durch diversifizierte Luftfahrt- und Verteidigungsunternehmen soll gering sein.

Stattdessen ist das Ziel ein direkteres Engagement in Unternehmen, deren Umsätze in hohem Maße mit unbemannten Systemen verbunden sind. Verteidigung ist dabei eine der drei Wachstumssäulen. Regierungen setzen Drohnen zunehmend auch für die Katastrophenhilfe, Grenzsicherung und Infrastrukturüberwachung ein. Mit dieser spezialisierten Ausrichtung ist der ETF relativ klein; er umfasst nur 33 Werte. Entsprechend hoch ist das Gewicht der einzelnen Titel:

Die Top-Ten-Titel im Drohnen-ETF

Über die Performance lässt sich noch nicht viel sagen, dafür ist der ETF zu kurz am Markt. Auch sind Themen-ETFs oft nichts zum Liegenlassen, sondern man muss sie aktiv im Auge behalten. Nach einer Hype-Phase kann es schnell wieder abwärtsgehen. Als Beimischung können sie aber durchaus interessant sein.

Mehr Informationen zur Rüstungs-ETFs findest Du hier. In dem Artikel stellen wir drei ETFs mit unterschiedlichen Schwerpunkten vor.

Die Triebkräfte hinter den steigenden Rüstungsausgaben werden leider nicht verschwinden. Doch für Investoren könnte es ratsam sein, innezuhalten, um die Lehren aus dem Iran-Konflikt zu ziehen und zu analysieren, ob es tatsächlich die etablierten Branchengrößen sein werden, die am Ende die Früchte ernten.

Jetzt kostenlos testen