Chinas Gold-Taktik als Vorbild

Chinas Gold-Taktik als Vorbild

Der Blick auf den Goldpreis machte zuletzt eher wenig Freude. Seit Jahresanfang ist er im Minus und zuletzt bewegte er sich eher seitwärts. Es scheint, als wäre nach den Boom-Jahren wieder ein Stück Normalität eingekehrt.

So ganz stimmt das aber nicht. Im Juni kaufte die chinesische Notenbank so viel Gold wie seit Oktober 2023 nicht mehr. China scheint den Preisrückgang eher als Chance zu sehen. Als Gold bei 5000 Dollar und höher stand, kaufte die Notenbank praktisch kaum. Im zweiten Halbjahr 2025 tauchte China nicht unter den Top-Käufern auf. Jetzt wandern wieder mehr Barren in die Tresore.

Der Juni war der 20. Monat infolge, in denen China Gold gekauft hat

Zahlen für die Goldkäufe der Notenbanken im zweiten Quartal liegen leider noch nicht vor. Im ersten Quartal lagen sie 21 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum, jedoch weiterhin über dem fünfjährigen Durchschnitt. Das Beispiel China zeigt allerdings, dass einige Notenbanken durchaus preissensitiv unterwegs sind. Fällt der Goldpreis, kaufen sie mehr. Damit scheint der Goldpreis weiterhin gut unterstützt.

Dafür spricht auch, dass die Notenbanken in der jüngsten Umfrage des World Gold Councils weiterhin ein großes Interesse daran haben, ihre Währungsreserven zu diversifizieren. Fast die Hälfte gab an, ihre Goldreserven in den nächsten zwölf Monaten aufstocken zu wollen.

Quelle: World Gold Council

Auf die Frage, wie sich die Währungsreserven in den nächsten fünf Jahren entwickeln werden, gaben 84 Prozent an, dass der Goldanteil größer sein wird. Das Gegenteil gilt für die Dollarreserven: 74 Prozent der Befragten sagten, dass sie hier einen sinkenden Anteil erwarten.

Quelle: World Gold Council

Chinas Taktik ist daher aus meiner Sicht ein gutes Vorbild für Anleger: die aktuelle Schwächephase bei Gold zu nutzen, um aufzustocken. Die nächste große Welle baut sich gerade auf.

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