Zum 250-jährigen Jubiläum: Zehn Gründe machten die USA groß - doch werden sie führend bleiben?

Zum 250-jährigen Jubiläum: Zehn Gründe machten die USA groß - doch werden sie führend bleiben?
Beim BIP pro Kopf sind die USA an allen Industrienationen vorbeigezogen

Die USA feiern am Wochenende den 250. Jahrestag ihrer Gründung. In dieser Zeit stiegen sie zur wirtschaftlichen und militärischen Supermacht auf (siehe Titelgrafik). Was waren die Gründe für den Erfolg? Und können sie die Spitzenposition behaupten? Diesen Fragen ging die Deutsche Bank in einer Studie zum Jubiläum nach.

Der Report nennt zehn Gründe, die für den Erfolg der USA verantwortlich waren:

  1. Politische Stabilität: Trotz zahlreicher Krisen in ihrer Geschichte haben die USA eines stets bewahrt: politische und wirtschaftliche Stabilität. Selbst während einschneidender Ereignisse wie des Bürgerkriegs blieb das institutionelle Fundament weitgehend intakt. Diese relative Stabilität und die frühe Entwicklung von Eigentumsrechten boten ein fruchtbares Umfeld für langfristige Investitionen, was wiederum das Wirtschaftswachstum über die Jahrhunderte hinweg gefördert hat.
  2. Geografische Vorteile: Fruchtbare Ackerflächen, schiffbare Flüsse, lange Küsten und die Lage zwischen zwei Ozeanen verschafften den USA ideale Voraussetzungen für Wachstum. Gleichzeitig blieben sie von den Zerstörungen der beiden Weltkriege verschont.
  3. Reichlich Energie: Dank ihrer großen Energievorkommen sind die Vereinigten Staaten deutlich widerstandsfähiger gegenüber geopolitischen Krisen und haben sich zum Energieexporteur entwickelt.
  4. Verschont von den Folgen der Weltkriege: Während sich Europa in zwei Weltkriegen zerstörte, wurden die USA zum Gewinner. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs die amerikanische Wirtschaft um das 5,7-Fache. Deutschland kam im gleichen Zeitraum auf das 3,4-Fache, Großbritannien auf das 2,0-Fache und Frankreich auf das 1,8-Fache.
  5. Großer Binnenmarkt: Die USA verfügen über einen großen Binnenmarkt von über 300 Millionen Menschen mit hohen Durchschnittseinkommen, einer gemeinsamen Sprache und geringen inländischen Handelsbarrieren. Dies hat es Unternehmen ermöglicht, bereits im Inland eine beträchtliche Größe zu erreichen, bevor sie ins Ausland expandieren.
  6. Weltwährung Dollar: Der Dollar als Weltreservewährung erleichtert den internationalen Handel, senkt die Finanzierungskosten und sorgt für eine anhaltend hohe Nachfrage nach US-Staatsanleihen.
  7. Riesiger Finanzmarkt: Start-ups finden in den USA hervorragende Finanzierungsmöglichkeiten. Zwischen 2013 und 2023 beliefen sich Venture-Capital-Investitionen in den USA jährlich auf durchschnittlich 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in der EU waren es lediglich 0,2 Prozent. Diese finanzielle Tiefe ermöglicht es jungen Unternehmen, auch längere Verlustphasen zu überstehen und neue Technologien erfolgreich zur Marktreife zu bringen.
  8. Bildung und Forschung: Sieben der zehn besten Universitäten der Welt befinden sich in den USA. Sie ziehen Talente aus aller Welt an und sichern die Führungsrolle in Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz.
  9. Mut zum Unternehmertum: Scheitern zählt in den USA nicht als Makel, sondern als Teil des Unternehmertums. Insolvenzregeln wie Chapter 11 erleichtern einen Neuanfang und fördern Innovationen.
  10. Fähigkeit zur Selbsterneuerung: Die USA haben es immer wieder geschafft, sich an geänderte Bedingungen anzupassen. Die Bereitschaft, Risiken einzugehen, aus Fehlern zu lernen und sich immer wieder neu zu erfinden, zählt zu den größten Stärken der amerikanischen Wirtschaft.

Die USA stehen vor großen Herausforderungen

Nichtsdestotrotz stellt sich zum 250-jährigen Jubiläum die Frage, ob die USA ihre Vormachtstellung behaupten können. China hat sich zu einem echten gleichrangigen Konkurrenten entwickelt, der in seinem Ausmaß und seinen Fähigkeiten jeden Rivalen der USA seit dem späten 19. Jahrhundert übertrifft. China hat die USA bereits bei der Produktionsleistung, im Warenhandel und beim kaufkraftbereinigten BIP überholt und schließt die Lücke bei fortschrittlichen Technologien und Halbleitern rapide. Zudem hat sich der Vorsprung der USA bei den Militärausgaben in den letzten 15 Jahren verringert.

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