100.000 Jobs sollen wegfallen – warum Analysten dennoch auf VW setzen
Das Analysehaus Jefferies hat das Kursziel für Volkswagen von zuvor 130 auf nun 120 Euro reduziert, die Kaufempfehlung für die Aktie jedoch bestätigt. Hintergrund der Bewertung ist unter anderem die Verbesserung der Vertragsbedingungen beim geplanten Mehrheitsverkauf der Tochter Everllence, wodurch sich für den Wolfsburger Autokonzern zusätzliche strategische Optionen eröffnen. Nach Einschätzung der Analysten sind diese Potenziale im aktuellen Aktienkurs, der weiterhin deutlich unter dem Niveau des Corona-Tiefs notiert, bislang nicht berücksichtigt.
VW plant drastische Sparmaßnahmen
Trotz der erweiterten strategischen Möglichkeiten rechnet Jefferies mit weiteren Belastungen für Volkswagen. Das Unternehmen steht vor anhaltenden Herausforderungen und setzt daher verstärkt auf Reformmaßnahmen, eine umfassende Überprüfung des Portfolios sowie Initiativen zur Stärkung der Bilanz. Die Analysten betonen, dass diese Schritte notwendig sind, um die finanzielle Robustheit des Konzerns in einem zunehmend volatilen Marktumfeld zu sichern.
Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant, hatte das „Manager Magazin” unter Berufung auf Insider berichtet. Zudem drohe vier Werken in Deutschland die Schließung.
Volkswagen ist besonders stark von der Entwicklung auf dem europäischen Markt abhängig. Die Analysten sehen in den aktuellen Maßnahmen und der neuen strategischen Flexibilität wichtige Voraussetzungen, um die Transformation erfolgreich zu gestalten, weisen jedoch darauf hin, dass der Weg dorthin mit weiteren Unsicherheiten verbunden bleibt.
Technische Analyse der Volkswagen-Aktie

Unsere Daten belegen, dass der VW-Konzern in den letzten zwölf Monaten eine beachtliche Talfahrt hingelegt hat: Vom Zwischenhoch im Dezember 2025 ist der Kurs systematisch nach unten durchgereicht worden, zuletzt mit steigendem Tempo. Während der DAX auf Sicht von zwölf Monaten immerhin einen leichten Zuwachs von 2 Prozent verbuchen kann, steht bei Volkswagen ein sattes Minus von 19 Prozent zu Buche – der Wolfsburger Autobauer hat sich damit klar vom Markt abgekoppelt.
Der heutige Kurs von 72,50 Euro markiert nicht nur das Jahrestief, sondern auch einen schmerzhaften Abstand zu den Hochs der vergangenen Monate.
Rückgang der VW-Aktie ist wahrscheinlichstes Szenario
Technisch betrachtet präsentiert sich das Bild ernüchternd: Der aktuelle Kurs notiert satte 22 Prozent unterhalb der 200-Tage-Linie, die selbst seit Monaten klar abwärts zeigt. Die Distanz zur Durchschnittslinie hat sich in den letzten Wochen nochmals vergrößert – ein klares Signal für anhaltenden Verkaufsdruck. Von einer Bodenbildung fehlt bislang jede Spur, die Abwärtsdynamik dominiert das Geschehen.
Unsere Modelle zeigen für die kommenden vier Wochen einen weiteren Rückgang als wahrscheinlichstes Szenario: Die Prognose sieht den Kurs zwischen 62 und 80 Euro, mit einer zentralen Erwartung von minus 2 Prozent. Damit bleibt der Spielraum nach unten offen, während nach oben kaum Luft besteht. Der Trend spricht eine deutliche Sprache: Die VW-Aktie bleibt vorerst ein Spielball der Bären.
