Zehn Fragen, die in 2026 Dein Leben verändern können
Veränderungen beginnen mit den richtigen Fragen. Ich möchte Dir daher hier einmal zehn Fragen mit auf den Weg in neue Jahr geben, über die Du einmal nachdenken kannst. Die Antworten können der nötige Anst0ß sein, um 2026 zu dem Jahr zu machen, in dem Du Deinem Leben eine neue Richtung geben hast, um es zufriedener zu beenden, als das letzte begonnen hat. Die Fragen haben teilweise mit Geld zu tun, aber auch mit Orientierung und Selbstreflexion.
- Ist der Ort, wo Du die meiste Zeit verbringst, der Ort, wo Du am liebsten bist?
- Wie sieht Dein reiches Leben aus?
- Was gab Dir in 2025 Energie - und wie kannst Du mehr davon bekommen?
- Was kostete Dich in 2025 Energie - und wie kann Du es vermeiden?
- Was hast Du aus Angst nicht getan?
- Beruht Dein Wunsch nach mehr Geld auf dem falschen Glauben, dass es persönliche Probleme löst, die überhaupt nichts mit Geld zu tun haben?
- Welche Art von Lebensstil würdest Du führen, wenn ihn niemand außer Deiner engsten Familie es sehen könnte?
- Welche Frage hast Du Angst, Dir zu stellen, weil Du vermutest die Antwort bereits zu kennen?
- Wenn Du morgen eine Million Euro mehr hättest – was würdest Du in Deinem Leben verändern? Geht das nicht auch so?
- Gehörst Dein Vermögen Dir oder Du Deinem Vermögen?
Aber ich will Dir nicht nur Fragen mit auf den Weg ins neue Jahr geben. Ich habe hier auch noch einen weiteren Denkanstoß: Ich habe mich Robert Velten unterhalten. Er hat Philosophie studiert, ist Fondsmanager und Autor des Buchs "Mehr als Reichtum". Robert bringt also alles mit für ein gutes Gespräch über Geld und den sinnvollen Umgang mit Geld. Und ein gutes Gespräch ist es auch geworden. Hier kannst Du es Dir anhören.
Falls Du keine Zeit hast, habe ich hier auch eine Zusammenfassung für Dich.
Im Gespräch mit Robert geht es um die eine Frage, die viele Menschen umtreibt: Macht Geld glücklich? Roberts Antwort ist überraschend klar – und für manche vielleicht auch unbequem. Nach seiner Erfahrung spielt Geld für das persönliche Glücksempfinden kaum eine Rolle. Zumindest dann, wenn man in der westlichen Welt lebt und keine existenziellen Geldsorgen wie erdrückende Schulden hat. Ob er viel oder wenig Geld hatte , habe für sein eigenes Glück keinen spürbaren Unterschied gemacht, erzählt Robert. Geld werde massiv überbewertet.
Der Grund dafür liegt aus seiner Sicht vor allem darin, dass Geld messbar ist. Es lässt sich leicht vergleichen, zählen und bewerten. Genau das macht es so verführerisch. Psychologisch ist Geld zudem stark aufgeladen, weil jeder damit etwas anderes verbindet: Freiheit, Sicherheit, Konsum oder Anerkennung. Andere Dinge, die für das Wohlbefinden mindestens genauso wichtig sind – etwa Gesundheit, ein gutes Körpergefühl oder stabile Beziehungen – sind viel schwerer zu messen. Sie sind weniger präsent im Kopf und werden deshalb oft unterschätzt.
Robert plädiert dafür, Vermögen nicht ausschließlich als Geld zu begreifen. Wirkliches Vermögen sei ein ganzheitliches Konzept. Neben dem finanziellen Vermögen gibt es eine Reihe immaterieller Vermögensarten, die für ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben entscheidend sind. Dazu zählen Bildung, Fähigkeiten, ein positives Selbstbild und das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Ebenso wichtig sind Zeit – also die Fähigkeit, über die eigene Zeit zu verfügen –, gute soziale Beziehungen, Gesundheit und Wissen.
Gerade diese immateriellen Vermögenswerte hätten oft den größten Hebel. Wer weiß, dass er etwas kann, gebraucht wird und im Zweifel wieder Arbeit findet, geht gelassener mit Marktschwankungen oder finanziellen Unsicherheiten um. Diese Art von Sicherheit lässt sich nicht auf dem Kontoauszug ablesen, wirkt aber oft stärker als Geld. Zudem lassen sich immaterielle Vermögenswerte, wenn sie gut gemanagt werden, durchaus in materiellen Wohlstand verwandeln. Das größte Vermögen liege deshalb häufig im Nicht-Materiellen.
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Freiheit. Viele Menschen wollen reich werden, um frei zu sein. Paradoxerweise passiert jedoch oft das Gegenteil: Sie werden zu Gefangenen ihres Geldes. Wer nicht mehr abschalten kann, ständig an Renditen denkt und immer nur dem nächsten finanziellen Ziel hinterherjagt, verliert Lebensqualität. Reich zu sein, aber nicht frei – das sei eine besonders bittere Form von Armut, waren wir uns in dem Gespräch einig.
Freiheit bedeutet für ihn vor allem, Dinge sein lassen zu können. Nicht aus Zwang zu handeln, nicht um jeden Euro kämpfen zu müssen, sondern auch einmal sagen zu können: Ich lege mich jetzt in die Sonne, weil ich Lust dazu habe. Wer sich das nicht erlauben kann, unabhängig vom Kontostand, dem fehle etwas Entscheidendes.
Diese Gedanken sind nicht neu. Schon die großen antiken Philosophenschulen kamen zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Die Stoiker und die Epikureer waren sich einig, dass Reichtum für das Wohlbefinden keine zentrale Rolle spielt. Für die Stoiker zählte allein die Tugend – heute würde man vielleicht sagen: Vernunft. Reichtum war für sie lediglich ein „bevorzugtes Gleichgültiges“. Die Epikureer gingen noch weiter und empfahlen, sich an einfachen Dingen zu erfreuen: Brot, Olivenöl, ein Garten. Wer mit wenig zufrieden sei, erkenne, wie wenig man tatsächlich brauche, um ein gutes Leben zu führen.
Aristoteles sah das etwas pragmatischer: Für ihn mussten zunächst die grundlegenden Bedürfnisse gedeckt sein, bevor man sich höheren Fragen widmen könne. In der heutigen Gesellschaft, so Robert, sei das für die meisten Menschen jedoch der Fall – nicht zuletzt dank sozialer Sicherungssysteme und vielfältiger Möglichkeiten, kreativ und produktiv zu sein.
Sein Fazit ist eine Einladung zur Reflexion: Wie viel brauche ich wirklich? Wer wenig braucht, wird paradoxerweise reicher – zumindest im Kapitalismus. Denn wer nicht jeden Euro ausgeben muss, kann investieren, Sicherheit aufbauen und gelassener leben. Robert rät außerdem davon ab, sich permanent neue Ziele zu setzen. Ziele binden. Manchmal sei es befreiend, auch einmal keine Ziele zu haben, zurückzuschauen und sich bewusst zu machen, was man bereits erreicht hat – und darauf stolz zu sein.