Märkte unter Druck: Wenn Geopolitik die KI-Rallye einholt
Hohe KI-Erwartungen haben die Aktienmärkte auf Rekordniveaus getrieben. Geopolitische Risiken? Wurden konsequent ausgeblendet. Insbesondere die anhaltende Blockade der Straße von Hormus spielte für Anleger lange keine Rolle. Die Marktpositionierung erholte sich im Schatten dieser Euphorie massiv. Doch diese Ignoranz könnte sich jetzt rächen.
Zwar überzeugte vor allem Alphabet mit seinen am Mittwoch präsentierten Quartalszahlen. Die Aktie konnte nachbörslich 6,6 Prozent zulegen. Auch die Bilanz von Amazon wurde wohlwollend aufgenommen (plus 2 Prozent nachbörslich). Meta hingegen enttäuschte und wurde entsprechend abgestraft (minus 7 Prozent).
Allerdings schoss der Ölpreis wegen der Sorge vor neuen US-Attacken am Mittwoch in die Höhe. Mit knapp 124 Dollar kostete die Sorte Brent so viel wie noch nie seit Beginn des Iran-Kriegs. Der Ölpreis liegt damit auf einem Level, das der Markt unmöglich weiter ignorieren kann. Die Folgen für Wirtschaftswachstum und Inflation rücken schlagartig ins Bewusstsein. Entsprechend stiegen die Anleihenrenditen deutlich an. Mit anderen Worten: Investoren verkauften ihre Papiere.