Was uns am Ende unseres Lebens glücklich macht

Was uns am Ende unseres Lebens glücklich macht

„Das Geschäft des Lebens ist der Erwerb von Erinnerungen. Am Ende ist das alles, was bleibt.“ Es sind weise Worte, die Jim Carter in seiner Rolle als Butler Carson in der Serie „Downton Abbey“ spricht. Ich glaube, kaum jemand würde widersprechen, dass das Leben die Summe der Erfahrungen ist, die wir machen.

Und doch schrecken wir immer wieder davor zurück, in Erfahrungen zu investieren. Wir haben mehr unser Geld-Konto als unser Erinnerungs-Konto im Blick. Natürlich ist es falsch, Geld sinnlos zu verprassen. Es ist wichtig, dass wir im Alter abgesichert sind und auch ein bisschen was für Notfälle haben. Aber mehr ist nicht unbedingt besser. Wir sollten es auch nicht übertreiben. Ein erfolgreiches Leben bemisst sich nicht an der Höhe des Kontostands.

Du darfst niemals vergessen, woher das Geld auf Deinem Konto kommt. Sein Ursprung ist der Verzicht und dass wir Zeit gegen Geld tauschen. Wir gehen ins Büro, arbeiten dort und fahren abends wieder nach Hause. Klar, die Arbeit kann Spaß machen und auch erfüllend sein. Aber überlege einmal: Ist der Ort, wo Du die meiste Zeit verbringst (wahrscheinlich das Büro), der Ort, wo Du Dich am liebsten aufhältst?

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Natürlich ist nichts Schlechtes daran, zu arbeiten. Aber es muss auch mal die Zeit für eine Belohnung kommen. Irgendwann müssen wir das Geld auch mal wieder eintauschen. Sonst haben wir die besten Jahre unseres Lebens umsonst damit verbracht, zu arbeiten. Diese Stunden bekommst Du nicht zurück. Wenn Du Geld vererbst, freuen sich zwar Deine Kinder. Aber im Prinzip ist das Deine verschwendete Lebenszeit.

Der Punkt ist: Ausgaben für Erlebnisse und Erinnerungen sind ähnlich gut investiertes Geld wie der Kauf von ETFs. Zwar lässt sich der Wert nicht genauso beziffern. Aber die Investition zahlt sich ebenso aus. Denn Du erhältst eine Erinnerungsdividende. Sie wird jedes Mal ausgeschüttet, wenn Du Dich an ein schönes Erlebnis zurückerinnerst.

Kontoauszug oder Fotoalbum?

Ich kenne niemanden, der gerne seine Kontoauszüge durchblättert. Ich kenne aber viele, die immer wieder gerne in Fotoalben schauen, um sich Urlaube und andere Erlebnisse in Erinnerung zu rufen. Das Schöne dabei: Diese Erfahrungen kannst Du mit anderen teilen. Und durch das Teilen entstehen wieder neue Erinnerungen. Fast wie ein Zinseszins-Effekt.

Leider ist es keine Option, immer wieder damit zu warten. Für manche Erinnerungen gibt es bestimmte Zeitfenster. Und alle paar Jahr schließt sich so ein Fenster. Manches geht dann gesundheitlich nicht mehr. Andere Dinge können wir aufgrund des Alters nicht mehr wirklich genießen. Es ist eben etwas anderes, ob ich als 20-Jähriger eine InterRail-Tour durch Europa mache oder als 50-Jähriger. Eine Erfahrung ist es dann natürlich auch noch, aber vielleicht keine so schöne Erinnerung mehr.

Angst vor dem Sprung vom Beckenrand

Ein Erlebnis möchte ich dazu gerne mit Dir teilen: Vor einigen Jahren machte ich einen Kurs, um meinen Schwimmstil zu verbessern. Unter den Kursteilnehmern war auch eine Frau. Sie war so um die 70, schätze ich. Ich bin immer noch begeistert, dass sie in ihrem Alter noch mit dabei war, und hoffe, dass ich auch niemals aufhören werde, etwas Neues lernen zu wollen.

Aber schmerzhaft erinnere ich mich auch daran, dass sich diese Frau nicht mehr traute, vom Beckenrand ins Wasser zu springen. Kleine Kinder springen mit Begeisterung ins Wasser, sie schaffte es nicht (mehr), sich zu überwinden. Die alte Dame aus dem Schwimmkurs ist somit nicht nur ein Ansporn, sondern auch eine Warnung für mich: Es kommt der Tag, wo Du bestimmte Dinge nicht mehr machen kannst (oder willst). Ich kann nicht alles auf irgendwann aufschieben, weil es dann nicht mehr geht.

Plane also bitte nicht nur für die Zukunft, sondern genieße auch die Gegenwart. Erkenne den Punkt, wann genug genug ist. Investiere in Erinnerungen und maximiere Deine Lebensqualität – nicht Deinen Kontostand.

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