Wiederholt sich die Geschichte, steht Gold bald bei 8000 Dollar

Wiederholt sich die Geschichte, steht Gold bald bei 8000 Dollar

Gibt es für Notenbanken eine Schmerzgrenze beim Goldpreis? Bislang muss man sagen: Eher nicht. Denn obwohl Gold über weite Strecken im ersten Quartal dieses Jahres so teuer wie noch nie war, stockten die Notenbanken unterm Strich ihre Goldreserven auf. Zur Erinnerung: Anfang 2025 stand der Goldpreis bei ungefähr 3.000 Dollar je Feinunze. Im ersten Quartal 2026 rangierte er bei knapp 5.000 Dollar – vom Einbruch Ende Januar einmal abgesehen. Laut Daten des World Gold Council kauften die Notenbanken trotzdem mit insgesamt fast 244 Tonnen gut drei Prozent mehr Gold als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem Vorquartal liegt der Anstieg sogar bei 17 Prozent.

Auch im ersten Quartal 2026 lagen die Goldkäufe der Notenbanken über dem 5-Jahres-Durchschnitt

Größter Käufer war mal wieder die Polnische Nationalbank. Sie stockte ihre Bestände um 31 Tonnen auf und verfügt nun über insgesamt 582 Tonnen Gold. Damit liegt sie auf Platz 13 weltweit. Trotz vereinzelter Überlegungen von Gouverneur Adam Glapiński zu möglichen Verkäufen hält die Notenbank klar an ihrem langfristigen Ziel fest, die Goldreserven auf 700 Tonnen auszubauen.

Auch Usbekistan erhöhte seine Bestände deutlich und kaufte 25 Tonnen auf insgesamt 416 Tonnen hinzu. China setzte ebenfalls seinen schrittweisen Ausbau fort: Die People’s Bank of China steigerte ihre Goldreserven um sieben Tonnen auf insgesamt 2.313 Tonnen, was etwa neun Prozent der Gesamtreserven entspricht.

Wiederholt sich die Geschichte?

Eine Analyse der Deutschen Bank legt nahe, dass die Goldkäufe der Notenbanken noch längst nicht zu Ende sind. Darin argumentieren die Experten: „Der Rückgang des Goldanteils an den Reserven erfolgte nicht mit dem Ende von Bretton Woods in den 1970er-Jahren, sondern mit dem Fall der Berliner Mauer und der Etablierung der US-Hegemonie in den 1990ern.“ In der Welt herrsche nun jedoch wieder ein Machtkampf der Supermächte. „Die USA ziehen sich aus dem Freihandel, aus Bündnissen und der Bereitstellung von Sicherheit zurück; die Ära der ‚Great Economic Moderation‘ liegt hinter uns; und das Dollar-Banksystem wurde als Waffe instrumentalisiert.“

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