Wie Sparen zur Gefahr für Deine Ziele wird

Wie Sparen zur Gefahr für Deine Ziele wird

Identitäten definieren, wer wir sind. Sie können uns auch helfen, unsere Ziele zu erreichen – nämlich genau dann, wenn wir Gewohnheiten zum Teil unserer Identität machen. Es sagt sich sehr leicht, dass man etwas möchte („Ich will einen Marathon laufen“, „Ich will ein Instrument lernen“), aber es ist etwas ganz anderes, wenn man sagt: So bin ich.

Wer Sport („Ich bin Läufer“) oder Musik („Ich bin Musiker“) als Teil seiner Identität begreift, muss sich nicht mehr zum Training oder zum Üben aufraffen. Es ist etwas ganz Natürliches, das zu uns gehört. Wir erreichen die ultimative Form der intrinsischen Motivation, wenn Gewohnheiten Teil der Identität werden.

Ob bewusst oder unbewusst ist bei vielen uns sparen ein Teil der Identität geworden („Ich bin Sparer“). Wir empfinden Freude daran, wenn wir einen guten Deal machen und weniger zahlen müssen. Wir sind stolz, wenn wir einer Versuchung widerstehen und weitergehen. Etwas nicht zu kaufen kann sich auch gut anfühlen. Häufig fällt uns der Verzicht noch nicht einmal schwer. Es gehört einfach zu uns – genauso wie das Trainieren oder Üben, wenn wir uns als Sportler oder Musiker definieren.

Grundsätzlich ist gegen Sparsamkeit nichts einzuwenden. Ein hoher Verdienst garantiert keinen späteren Wohlstand und ein sorgenfreies Leben. Das ist ein häufiger Denkfehler.

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Der Schlüssel ist nicht die Einkommenshöhe. Sie hilft natürlich. Reich und wohlhabend wird aber nur derjenige, dem es gelingt, Einkommen in Vermögen umzuwandeln. Berühmtes Beispiel dafür sind die Geschichten im Buch „The millionaire next door“, erschienen 1996. Der Forscher Thomas Stanley schildert darin, wie ganz normale Leute ein siebenstelliges Vermögen aufbauten einfach nur durch Sparsamkeit, eine kluge Geldanlage und Fleiß. Seine Beobachtung: Reich sind nicht unbedingt die mit einem großen Auto vor der Tür oder dem großen Haus in einer teuren Wohngegend. Reich sind oft die, denen man ihr Vermögen nicht ansieht.

Von der Hilfe zur Blockade

Doch was hilft, kann zum Problem werden und Dich blockieren. Sparen scheint eine so gute Eigenschaft zu sein und klingt so unschuldig. Und es ist eine wichtige Voraussetzung, um seine finanziellen Ziele zu erreichen. Aber wenn Du Dich nie von diesem System lösen kannst und auch noch im Ruhestand auf einem strengen Sparprogramm bestehst ... was ist das dann? Ist das immer noch ein Gewinn?

Sich zu weigern, anzuerkennen, dass man sein Ziel erreicht hat, kann genauso schlimm sein, wie das Ziel von vornherein nie erreicht zu haben. Wer den Erfolg im Leben mit einem ständig wachsenden Bankkonto verbindet, wird kaum in der Lage sein, sein Geld tatsächlich auszugeben, selbst wenn es in einem vernünftigen Rahmen geschieht. Die Frage ist, wer hier dann wem dient: Dient das Geld Dir? Oder Du dem Geld?

Den Hebel umlegen

Ich habe genügend Leute kennengelernt, die hart gespart haben, um eines Tages finanziell frei zu sein. Und obwohl sie irgendwann genügend Geld auf dem Konto hatten, gingen sie dann doch nicht diesen Schritt. Ständig gab es andere Gründe, warum noch nicht der richtige Zeitpunkt da war, um die Arbeit zu reduzieren oder ganz aufzuhören. Ihnen gelang es nicht, den Hebel umzulegen. Sparen war so ein fester Bestandteil der Persönlichkeit geworden ist, dass sie Schwierigkeiten hatten, sich von der Fokussierung auf Geld zu lösen, weil diese Fokussierung selbst ein wichtiger Teil ihrer Identität ist.

Vergiss nicht: Das Ziel ist nicht, einen hohen Kontostand zu haben. Ziel ist es, das Leben zu leben, das Du leben möchtest, und Geld für sich arbeiten zu lassen. Geld sollte immer ein Mittel sein, um das Beste aus sich herauszuholen, und nicht ein Ziel an sich.

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