Money-Call mit Thierry: Iran und weitere Börsen-Risiken

Money-Call mit Thierry: Iran und weitere Börsen-Risiken

In unseren Webinar vom 1. April 2026 diskutierte ich mit Experte Thierry Borgeat die aktuelle Lage an den Finanzmärkten vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Iran und dessen globalen Auswirkungen. Hier sind die zentralen Themen des Gesprächs zusammengefasst. Die komplette Aufzeichnung findest Du am Ende des Artikels.

Marktlage und Anlagestrategie

  • „Sit and Suffer“: Angesichts der extremen Volatilität und der Unvorhersehbarkeit politischer Nachrichten (z. B. Tweets von Trump) rät Borgeat davon ab, den Markt timen zu wollen. Die Empfehlung lautet, investiert zu bleiben und Kursschwankungen auszuhalten.
  • Stimmungsindikatoren: Wir beleuchteten den VIX (Angstbarometer) und das Put/Call-Ratio. Thierry nutzt Panikphasen (VIX bei 30–40) gezielt für Zukäufe, da Tiefpunkte an der Börse oft punktuelle „Events“ sind, während Höchststände langwierige Prozesse darstellen.
  • Saisonalität: Für das restliche Jahr 2026 wird eine eher defensiv geprägte Haltung eingenommen, da statistisch gesehen die Sommermonate in US-Zwischenwahljahren oft schwierig verlaufen.
  • „HALO“-Aktien: Thierry prägte den Begriff Heavy Assets, Low Obsolescence für Unternehmen mit physischen, notwendigen Produkten (z. B. Energie, Recycling, Industrie), die weniger durch KI-Disruption gefährdet sind.
  • Tech-Risiken: Die Experten äußerten Skepsis gegenüber den extrem hohen Bewertungen im Tech-Sektor (z. B. OpenAI, SpaceX). Thierry warnte vor „Dotcom-Vibes“ und der Gefahr, dass IPOs im Juni primär als „Exit-Liquidität“ für Großinvestoren auf Kosten von Privatanlegern dienen könnten.
  • Energie & Rohstoffe: Während Aktien wie Lufthansa von Friedenshoffnungen profitierten, korrigierten Krisengewinner wie Exxon oder Equinor zuletzt leicht. Borgeat bleibt jedoch langfristig konstruktiv für den Energiesektor, da Unternehmen heute effizienter arbeiten und kaum Konkurrenz durch Start-ups befürchten müssen.

Makroökonomische Gefahren

  • Die „unsichtbare“ Düngemittelkrise: Ein kritischer Punkt ist die Blockade der Straße von Hormus, durch die ca. 25% der weltweiten Rohstoffe für Düngemittel fließen. Dies trifft vor allem Schwellenländer wie Indien hart und könnte zu einer humanitären Krise durch massiv steigende Brotpreise führen.
  • Private Credit: Sorgen bereitet der intransparente Markt für Privatkredite, in dem Rückzahlungen bereits gedrosselt werden. Hier werden Parallelen zur Subprime-Krise von 2008 gezogen, wobei die erwarteten Ausfallraten teilweise bereits über dem Niveau der damaligen Finanzkrise liegen.

Konkrete Empfehlungen

  • Gold: Trotz zwischenzeitlicher Rücksetzer wird Gold als Schutz gegen inflationäre und geopolitische Risiken in einem strukturellen Bullenmarkt gesehen.
  • Philip Morris: Als konkrete Aktienempfehlung nannte Thierry Philip Morris. Das Unternehmen transformiere sich erfolgreich weg vom Tabak hin zu weniger schädlichen „Heat-not-Burn“-Produkten und Nikotinbeuteln, biete stabiles Wachstum (15–20%) und eine attraktive Dividendenrendite von ca. 4%.

Wichtige Stellen:

  • 00:00 Wie geht es im Iran-Konflikt weiter?
  • 03:27 Sentiment-Indikatoren als wichtige Guideline
  • 8:53 Ausblick auf die Sommer-Monate
  • 12:18 Börsengewinner und -Verlierer im Iran-Krieg
  • 15:50 Achtung bei Düngemittel-Konzernen
  • 17:33 Ausblick auf Öl-Konzerne
  • 22:33 „Die unsichtbare Krise“: Die Folgen des Preisanstiegs bei Düngemittel
  • 26:05 Gefahr eines neuen Inflationsschocks
  • 30:50 Kann 2026 noch ein gutes Aktienjahr werden?
  • 33:10 OpenAI: Risiko Börsengang
  • 37:09 Risiko Private Credit
  • 41:37 Aktientipp Philip Morris
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