Iran-Konflikt, aber die Börsen leben in AI-ner anderen Welt...

Iran-Konflikt, aber die Börsen leben in AI-ner anderen Welt...

Börsen auf Rekordhoch während eines Konflikts, der die Weltwirtschaft abwürgen kann: So richtig passt das, was wir gerade sehen, nicht zusammen. Der Grund dieser Anomalie – so würde ich es mal nennen – ist die Sondersituation rund um die KI-Revolution. Wer sich die Zahlen ein bisschen genauer ansieht, stellt fest, dass es fast ausschließlich Tech- und Chipwerte sind, die für die gute Stimmung an den Märkten sorgen.

Der Optimismus ist weiterhin groß, dass diese Entwicklung noch eine Weile weiterlaufen wird – sowohl was die Margen als auch die Gewinne angeht.

Aber ist das realistisch?

Wie dünn das Eis ist, verdeutlichte gestern eine Meldung des „Wall Street Journal“. Die Zeitung berichtete, dass OpenAI seine internen Umsatz- und Nutzerziele für Ende 2025 verfehlt habe. OpenAI dementierte zwar und erklärte, dass sowohl das Privat- als auch das Firmenkundengeschäft „auf Hochtouren laufen“. Die Nachricht ließ jedoch frühere Ängste darüber zurückkehren, ob sich die massiven Investitionszusagen letztlich auszahlen werden. Nachdem sie am Montag Rekordhochs erreicht hatten, gaben der S&P 500 (-0,49 %), der Nasdaq (-0,90 %) und die „Mag 7“ (-0,29 %) allesamt wieder nach. Der Philadelphia-Halbleiterindex verzeichnete seinen größten Verlust seit vier Wochen (-3,58 %). Angesichts der tiefen Integration von OpenAI in das KI-Ökosystem weiteten sich diese Sorgen zudem von Software- und Cloud-Anbietern wie Oracle (-4,05 %) und Coreweave (-5,83 %) auf Halbleiterausrüster wie Qnity Electronics (-4,35 %) und Applied Materials (-5,87 %) aus.

Passender ETF

Wer spekulativ unterwegs ist, dem bieten sich trotz des jüngsten Rücksetzers noch Chancen, zum Beispiel mit einem Investment in den iShares MSCI Global Semiconductors-ETF (ISIN: IE000I8KRLL9). Unternehmen wie Nvidia, Broadcom, ASML, TMSC und AMD sind hier in einem recht ausgewogenen Verhältnis vertreten. Der Vergleich zur Dotcom-Blase zeigt, dass sich die Entwicklung durchaus ähnelt, aber auch noch viel Luft nach oben wäre.

Es gilt das berühmte Zitat von George Soros: „When I see a bubble I rush in to buy it.“ Er sieht in einer Blase keine Gefahr, der man sofort ausweichen muss, sondern eine Gewinnchance. Seine Logik dahinter: Soros wettet nicht gegen den Wahnsinn der Märkte, sondern er wettet darauf, dass der Wahnsinn erst einmal noch schlimmer wird. Die Kunst ist natürlich, den richtigen Absprung zu finden.

Die Lage in der Straße von Hormus ist dabei Chance und Risiko zugleich. Die Blockade stört auch die Lieferketten der Chipindustrie. Die begehrten Produkte könnten damit noch knapper werden, was die Preise steigen lassen dürfte. Auf der anderen Seite könnte auch die Produktion ohne die nötigen Vorprodukte sinken, was Umsatz und Gewinn belasten könnte.

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