Iran Wars: Eine neue Hoffnung
Es scheint sich auszuzahlen, auch im Iran-Konflikt ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu verfallen. Die Nachrichtenlage ist so wechselhaft, dass sich kein klarer Trend zeigt. Die Börsen schwanken heftig und plötzlich kann es auch stark nach oben gehen. Wer da versucht ist, sein Depot ständig an die aktuelle Entwicklung anzupassen, wird schnell auf dem falschen Fuß erwischt. Es ist eben nicht wie im Sport: Wer mehr macht, wird an der Börse nicht unbedingt besser. Im Gegenteil: Er riskiert, am Ende schlechter dazustehen.
Aber nicht nur Panik und Angst sind aktuell schlechte Ratgeber. Auch mit Euphorie und Gier heißt es jetzt vorsichtig zu sein. Zwar erholen sich die Kurse gerade wieder. Die Börse hofft auf ein Kriegsende, nachdem der Iran Gesprächsbereitschaft signalisiert hat. Statt TACO sehen wir womöglich WACO als Kurzform für „When will Ayatollah chicken out?“ Doch es muss sich noch zeigen, wie nachhaltig die Entwicklung ist.
Zu einem großen Problem werden kann noch die Frage der Kontrolle über die Straße von Hormus. Gibt Teheran sie nicht frei, könnte das die Machtverhältnisse auf dem Ölmarkt kolossal verschieben. Hierzu folgender interessanter Gedanke von Jean Ergas, Tigress Financial Partners:
„Letztendlich verfügen sie [die Mullahs in Teheran] über eine Macht, die die OPEC nie hatte. Sie haben den Rest der Welt im Würgegriff und können entscheiden, wer zu welchem Preis Öl bekommt. Es ist, als wären sie zur wichtigsten Zentralbank der Welt geworden.“
Doch dieser Punkt wird aktuell auf später vertagt. Anleger handeln gerade nach dem Motto: erst kaufen, dann Fragen stellen. Ein baldiges Kriegsende könnte bedeuten, dass die Weltwirtschaft noch einmal mit einem blauen Auge davonkommt. In der Vergangenheit neigten Aktienmärkte bei vorübergehenden Ölpreisspitzen dazu, über eine Wachstumsdelle hinwegzusehen. Das könnte diesmal erneut so sein.

Die große Unbekannte ist aus meiner Sicht Israel: Wird sich Netanjahu ebenfalls zurückziehen, wenn die USA den Krieg für beendet erklären? Oder wird er auf eigene Faust weitermachen, um den Iran maximal zu schwächen und eine große Bedrohung für sein Land auszuschalten?

Risiken gibt es also weiterhin genug. Ruhig und besonnen vorzugehen, ist daher weiterhin geboten.
Was Anleger jetzt kaufen
Teilen wollte ich mit dir auch noch in diesem Börsen-Update ein paar interessante Zahlen von Flatex. Der Online-Broker hat eine Depotauswertung erstellt. Sie zeigt die größten Veränderungen im März. Zu den größten Verlierern in den ersten beiden Märzwochen gehört der Bereich Rohstoffe (ohne Öl und Gas).
Zu den Gewinnern des Nahost-Konflikts gehören eindeutig Aktien aus dem Bereich Öl und Gas. In diesem Segment stieg das investierte Volumen um acht Prozent. Dieser Zuwachs ist allerdings zum Teil auch auf die deutlichen Kursgewinne der Ölkonzerne zurückzuführen. Dasselbe gilt auch für das US-Tech-Schwergewicht Palantir mit seinem Kundenstamm teilweise aus dem Militärbereich.
Insgesamt zeigte sich der Technologiesektor relativ stabil (plus ein Prozent des investierten Vermögens) und bleibt mit einem 21-prozentigem Anteil an der deutschen Allokation nach wie vor die beliebteste Branche. Daneben bleibt auch die Präferenz der Anleger für deutsche Qualitätsaktien wie Allianz, Münchener Rück oder Rheinmetall ungebrochen.
