China-Krise, Gewinneinbruch und Jobabbau erschüttern BMW
Der Münchner Autobauer BMW hat im zweiten Quartal die Folgen der Absatzkrise in China deutlich zu spüren bekommen: Der Umsatz sank im Jahresvergleich um knapp acht Prozent auf 31,3 Milliarden Euro, die operative Marge der Autosparte halbierte sich fast auf nur noch 2,3 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach um 39 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro ein, der Nettogewinn schrumpfte um mehr als ein Drittel auf 1,2 Milliarden Euro.
Vor allem der chinesische Markt, einst Garant für hohe Gewinne, bereitet dem Konzern zunehmend Sorgen: Im zweiten Quartal stürzte der Absatz dort um fast ein Drittel ab, während der Wettbewerb weiter anzieht. Vorstandschef Milan Nedeljkovic, erst seit Mai im Amt, behält angesichts der schwierigen Lage die bereits gesenkte Prognose bei und kündigt einen deutlichen Stellenabbau an – weltweit sollen 8.000 Jobs wegfallen, in Deutschland wird ein Abfindungsprogramm aufgelegt. Finanzvorstand Walter Mertl betont, dass nach Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr die Effizienzprogramme nochmals verschärft werden, um Kosten und Komplexität zu reduzieren.
Hoffnung setzt BMW auf die neue Elektroautogeneration "Neue Klasse", deren erstes Modell iX3 bereits über 50.000 Mal gebaut wurde – dennoch ist kurzfristig keine Trendwende in Sicht. Erst ab Anfang des nächsten Jahrzehnts rechnet der Konzern wieder mit einer operativen Marge im Zielbereich von 8 bis 10 Prozent.
Technische Analyse der BMW-Aktie von index-radar.de

Die BMW-Aktie hat in den letzten zwölf Monaten eine bittere Talfahrt hingelegt: Nach einem kurzen Höhenflug zum Jahresende 2025 hat der Münchner Autobauer seither einen klaren Abwärtstrend eingeschlagen. Der Verkaufsdruck der letzten Monate drückte die Aktie von 77 Euro Ende Mai auf aktuell 60 Euro – ein Minus von rund 28 Prozent auf Jahressicht, während der DAX im gleichen Zeitraum um gut 5 Prozent zulegte. Unsere Daten belegen, dass die Bayerischen Motoren Werke AG damit zu den schwächsten Titeln im Leitindex gehören.
Im Charaktertest zeigt sich die BMW-Aktie als launischer Geselle: Die Volatilität liegt mit 28,5 Prozent deutlich über dem DAX, der maximal erlittene Drawdown von 41,6 Prozent spricht für eine schmerzhafte Talfahrt, die auch das Nervenkostüm erfahrener Anleger auf die Probe stellte. Während sich der Index nach Rücksetzern zügig erholte, dauerte es bei BMW deutlich länger, bis ein Boden gefunden war. Unterm Strich bleibt ein Risikoprofil, das in den letzten Monaten wenig von der einstigen Souveränität eines Premium-Herstellers erkennen ließ.
Technisch betrachtet notiert die Aktie aktuell weit unter ihrer 200-Tage-Linie, die bei 80 Euro verläuft – der Abstand beträgt stolze 25 Prozent. Die Durchschnittslinie selbst ist längst in den Sinkflug übergegangen, was den Abwärtstrend eindrucksvoll bestätigt. Wir sehen klare Signale, dass der Verkaufsdruck weiterhin dominiert und bislang keine nachhaltige Gegenbewegung in Sicht ist.
Unsere Modelle zeigen für die kommenden vier Wochen einen weiteren Kursrückgang – der Prognosekorridor reicht von 51 bis 60 Euro, was einem möglichen Verlust von bis zu 16 Prozent entspricht. Selbst im günstigsten Szenario bleibt das Risiko eines erneuten Rückschlags präsent. Für die BMW Aktie stehen die Zeichen damit auch kurzfristig auf Sturm.

Unser Vorhersagemodell für die kommenden vier Wochen berücksichtigt saisonale Trends aus vergleichbaren Perioden der vergangenen Jahrzehnte, zyklische Muster und die Vorgaben von unserem Aktienklima Deutschland. Die Schwankungsgrenzen ("Prognose-Ränder") berechnen wir aus der aktuellen impliziten Volatilität von Calls und Puts, sie basieren somit auf der in Optionsprämien eingepreisten Erwartung der Investoren.
Investment-Idee von index-radar.de
Auf die BMW-Aktie lässt sich derzeit mit einem Capped-Bonus-Zertifikat (WKN DN1NJK) eine attraktive Seitwärtsrendite erzielen. Das Papier kostet aktuell 58,7 Euro und zahlt am Laufzeitende 70 Euro aus – ein Plus von 19,3 Prozent bzw. 22,5 Prozent p.a. Voraussetzung: Die Aktie berührt bis zum 18. Juni 2027 nicht die Barriere bei 50 Euro. Kommt es doch zum Schwellenbruch, richtet sich die Rückzahlung nach dem Schlusskurs der Aktie am Bewertungstag – gedeckelt durch den Cap. Capped-Bonus-Zertifikate sind börsentäglich handelbar. Ein vorzeitiger Verkauf ist somit jederzeit möglich – etwa dann, wenn der Großteil des Ertrags bereits eingefahren wurde.