Gleiche Zahlen, völlig anderes Leben im Ruhestand

Gleiche Zahlen, völlig anderes Leben im Ruhestand

Stell Dir zwei Menschen vor, die mit exakt der gleichen finanziellen Ausgangslage mit 63 Jahren in den Vorruhestand gehen. Beide haben über Jahre hinweg zwei Millionen Euro liquides Vermögen angespart. Sie haben den identischen Plan, möchten ihr Leben genießen und dazu jährlich 70.000 Euro inflationsbereinigt entnehmen. Darüber hinaus soll möglichst noch ein erheblicher Teil des Vermögensstock für die beiden Kinder übrigbleiben.

Beide sind seit Jahrzehnten an der Börse aktiv, haben schon diverse Krisen erlebt und können mit Schwankungen mental sehr gut umgehen. Deswegen investieren sie ihr Kapital bewusst sehr dynamisch, weil sie gelernt haben, dass sich das Eingehen von Risiken am Kapitalmarkt auf Dauer auszahlt und die höchsten Renditen bringt. Sie investieren breit gestreut in Indexanlagen und verzichten auf Timing. Sie machen im Grunde beide alles „richtig“.

Und doch zeigt sich nach 17 Jahren ein Bild, das man eventuell nicht erwarten würde: Der eine wirkt mit Anfang achtzig völlig entspannt und finanziell unbesorgt, während der andere zunehmend nervös auf sein Depot schaut. Die eigene Versorgung scheint zwar immer noch gut abgesichert, aber der Plan, den Kindern ein Vermögen zu hinterlassen wird zunehmend unrealistisch. Dabei unterscheiden sich die beiden weder in Disziplin noch in Intelligenz oder Lebensstil. Was also ist passiert?