Die Angst vor KI greift an der Börse weiter um sich
Der Markt hat seinen Fokus radikal verschoben. Ging es in den letzten drei Jahren vorrangig um den Aufbau der KI-Infrastruktur („Picks and Shovels“), dominiert nun die Angst vor den Folgen, wenn KI eine breite Anwendung findet. Investoren suchen nicht mehr nach „AI Exposure“, sondern nach „AI-Immunität“ – also Sektoren in der physischen Welt, die immun gegen KI sind.
Nachdem bereits die Veröffentlichung von Anthropics neuen Automatisierungs-Tools für den Rechts- und Finanzbereich den Software-Sektor (SaaS) massiv unter Druck gesetzt hatte, folgte am Dienstag der nächste Schlag. Auslöser war die Vorstellung eines KI-Tools von Altruist, das Steuer- und Vermögensstrategien automatisiert. Dies schickte die Kurse etablierter US-Vermögensverwalter auf Talfahrt. Die Aktien von Charles Schwab zum Beispiel verloren über sieben Prozent. Auch die Aktien der Allianz kamen stellenweise unter Druck. Es herrscht massive Unsicherheit darüber, wie die nächsten 12 bis 24 Monate für diese Geschäftsmodelle aussehen.
Bewertung vs. Realität
Technisch ist der Markt extrem überverkauft. Der RSI des iShares Expanded Tech-Software Sector ETF fiel auf Stände, die wir seit fast 15 Jahren nicht gesehen haben. Fundamental argumentieren Analysten, dass die Gewinne für Software und Services im S&P 500 bis 2026 um zehn Prozent steigen sollen. Der Markt ignoriert diese Daten jedoch und fokussiert sich rein auf das disruptive Narrativ.
Die Lage bei den Software-Herstellern war auch Thema im Webinar mit Thierry Borgeat. Hier ist der Ausschnitt, in dem Thierry das Problem erklärt:
Wo er jetzt eine Einstiegschance sieht, erfährst du hier. Und auch bei einer Gesundheits-Aktie ist Thierry zuversichtlich.