Ausverkauf von Software-Aktien - warum das eine große Chance sein könnte

Ausverkauf von Software-Aktien - warum das eine große Chance sein könnte

Software-Unternehmen gehen an der Börse gerade durch eine harte Zeit. Die Kurse von Branchenriesen wie SAP oder Salesforce haben sich in den vergangenen zwölf Monaten fast halbiert. Grund dafür ist die Sorge, dass Künstliche Intelligenz eine existenzielle Bedrohung für klassische Unternehmenssoftware darstellt.

Einen neuen Schlag versetzte der Branche am Dienstag die Meldung, dass das KI-Unternehmen Anthropic neue Tools entwickelt hat, die vor allem juristische Prozesse vereinfachen können. Ein von Goldman Sachs zusammengestellter Korb von US-Softwareaktien sank daraufhin um sechs Prozent – der stärkste Tagesverlust seit dem Rücksetzer im April. Gleichzeitig brach ein Index für Finanzdienstleister um fast sieben Prozent ein, während der Nasdaq 100 zeitweise um bis zu 2,4 Prozent nachgab, bevor er die Verluste auf 1,6 Prozent begrenzte.

Die Aktien von Software-Unternehmen sind in den vergangenen Monaten wegen der KI-Ängste deutlich gefallen

Das Wachstum im Softwarebereich befindet sich zweifellos in einer Reifephase. Doch der Abverkauf erscheint mir übertrieben. Die Märkte verwechseln diese Reife mit strukturellen Problemen.

Es ist unbestreitbar, dass generative KI in Bereichen wie der Softwareentwicklung („Vibe Coding“) Erstaunliches leistet. Wenn KI-Agenten in der Lage sind, große Teile des Codes autonom zu schreiben, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem Wert bestehender Anwendungen.

Doch hier ist eine differenzierte Betrachtung entscheidend.