Abstieg des Dollars - der Iran-Krieg als Katalysator
Das nächste Ultimatum nähert sich dem Ende. Am Freitagabend läuft die verlängerte Frist ab, die US-Präsident Trump dem Iran gegeben hat. Es dürfte kein Zufall sein, dass die wichtige Entscheidung, wie es weitergeht, nach Börsenschluss fällt. Das Grundproblem bleibt: Der Iran hat nichts zu verlieren, die USA dagegen eine ganze Menge. Wie also bekommt Trump einen Deal, der ihn nicht als kompletten Verlierer dastehen lässt? Ich halte mich daher noch an der Seitenlinie, bevor ich punktuell nachkaufe. Das Abwärtsrisiko erscheint mir momentan größer als die Aufwärtschance.
Und man darf nicht vergessen: Selbst wenn der Krieg morgen zu Ende wäre, ist schon jetzt klar: Die Folgen werden noch lange zu spüren sein. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnte gar vor der schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten. Die aktuelle Situation sei „zwei Ölkrisen und ein Gaskollaps in einem“, sagte Birol.
Öl- und Gasanlagen schwer beschädigt
Nach mehreren Angriffen sind mindestens 40 Energieanlagen in der Region schwer beschädigt. Die Ölproduktion ist um fast 40 Prozent eingebrochen. Wo vor der Krise 20 bis 25 Millionen Barrel Erdöl pro Tag produziert wurden, sind es heute gerade mal elf Millionen Barrel.
Die Angriffe auf die Gasförderanlagen in Katar führen dazu, dass 17 Prozent der Anlagen für drei bis fünf Jahre nicht arbeiten können. Damit fehlen dem globalen Markt ungefähr vier Prozent des Angebotes. Dies zu einer Zeit, in der Europa seine stark geleerten Gastanks für den nächsten Winter auffüllen muss und die Nachfrage aus Asien steigt, da dort die sommerliche Klimaanlagensaison beginnt.
Auch die Speicher in Deutschland sind ziemlich leer. Auf dem jetzigen Niveau dürfte das Auffüllen ziemlich teuer werden.

Ich möchte an dieser Stelle aber etwas weiter in die Zukunft blicken als nur auf den nächsten Winter. Denn ich bin auf eine extrem spannende These in einer Studie der Deutschen Bank gestoßen. Die Überschrift: „Wir sehen gerade den perfekten Sturm für den Petrodollar“.