Delivery Hero: Jetzt wittern Investoren das große Geschäft
Die Aktie von Delivery Hero setzte ihre beeindruckende Kursrallye fort und verzeichnete am Pfingstmontag den elften Gewinntag in Folge, nachdem Uber offiziell eine Komplettübernahme anstrebt.
Das erste Angebot von 33 Euro je Aktie, mit dem Uber an Delivery Hero herantrat, wurde von Aktionären als zu niedrig bewertet – der Marktpreis lag bereits darüber. In den vergangenen zwei Wochen kletterte der Wert der Delivery-Hero-Anteile um fast 70 Prozent und erreichte eine Marktkapitalisierung von über zehn Milliarden Euro.
Strategische Vorteile für Uber?
Uber hält aktuell knapp 20 Prozent der Anteile an Delivery Hero sowie zusätzliche Optionen und ist laut Financial Times bereit, das Angebot auf bis zu 38 Euro je Aktie zu erhöhen, um die Übernahmechancen zu verbessern.
Dennoch fordern viele institutionelle Investoren, darunter Aspex Management und Prosus, einen Preis von mindestens 40 Euro je Aktie, was die Verhandlungen erschwert.
Die Fantasie um die mögliche Übernahme wird zusätzlich von strategischen Portfolioüberlegungen bei Delivery Hero befeuert, etwa einem möglichen Verkauf des Korea-Geschäfts Baemin.
Analysten reagieren positiv: Jefferies hob das Kursziel auf 42,50 Euro an und empfiehlt weiterhin den Kauf, während JPMorgan die Aktie mit "Overweight" und einem Kursziel von 28 Euro einstuft. Wie es weitergeht, bleibt angesichts der hohen Preisforderungen und der Vielzahl an Großaktionären sowie der kartellrechtlichen Unsicherheiten offen – die Spannung am Markt ist entsprechend hoch.
Technische Analyse der Delivery Hero-Aktie

Delivery Hero hat in den vergangenen zwölf Monaten eine Achterbahnfahrt hingelegt, die selbst abgebrühte Börsianer ins Staunen versetzt. Nach einem schwungvollen Start und einem schmerzhaften Einbruch im Herbst folgte eine rasante Erholung, die im Frühjahr erneut von heftigen Rücksetzern abgelöst wurde – nur um in den letzten Wochen mit einer spektakulären Rallye fast 70 Prozent zuzulegen.
Mit einem aktuellen Kurs von rund 37 Euro liegt die Aktie des Berliner Tech-Unternehmens deutlich über dem Vorjahresniveau.
Investoren brauchen starke Nerven und langen Atem
Der Essenslieferdienst zeigt sich als temperamentvoller Draufgänger: Mit einer annualisierten Volatilität von 63,15 Prozent tanzt die Aktie nervös am Rand der Risikoskala, während der MDAX vergleichsweise ruhig bleibt.
Rückschläge wie ein maximaler Drawdown von knapp 49 Prozent sind keine Seltenheit, die Erholungsphasen verlaufen jedoch ebenso rasant – so schnell, dass der Index dabei kaum Schritt halten kann. Wer hier investiert, braucht starke Nerven und einen langen Atem.
Technisch betrachtet notiert die Online-Bestellplattform aktuell satte 44 Prozent über ihrer 200-Tage-Durchschnittslinie, die selbst noch im Abwärtstrend verharrt.
Enorme Bandbreite für Kurs von Delivery Hero
Der Kurs hat sich in den letzten Wochen weit von diesem gleitenden Mittelwert entfernt, was eine Überhitzung signalisiert – zumal die Durchschnittslinie noch keine Anzeichen einer nachhaltigen Trendwende zeigt. Der Verkaufsdruck der vergangenen Monate ist zwar kurzfristig gewichen, doch der übergeordnete Abwärtstrend bleibt intakt.
Unsere Modelle zeigen für die nächsten vier Wochen ein deutlich erhöhtes Rückschlagpotenzial: Die Aktie dürfte sich im Bereich zwischen 22 und 36 Euro bewegen, wobei der zentrale Prognosewert einen Rückgang um 9,4 Prozent nahelegt.
Der Korridor reicht von einem Minus von 30,9 Prozent bis zu einem Plus von 12,1 Prozent – eine enorme Bandbreite, die das latente Risiko unterstreicht. Kurzfristig bleibt die Aktie ein Spielball der Volatilität, mit klaren Warnsignalen für überzogene Erwartungen.
