Speicherkrise trifft Apple: MacBooks kosten jetzt Hunderte Dollar mehr
Apple hat am Donnerstag die Preise für zahlreiche MacBook- und iPad-Modelle deutlich angehoben. Grund sind drastisch gestiegene Kosten für Speichermodule infolge einer globalen Engpasssituation, die mittlerweile auch den US-Technologiekonzern erfasst hat. Die Aktie von Apple reagierte prompt und verliert im frühen US-Handel mehr als fünf Prozent.
Konkret steigt der Preis für das Einstiegsmodell MacBook Neo um 100 US-Dollar auf 699 Dollar, das MacBook Air verteuert sich sogar um 200 US-Dollar auf 1299 US-Dollar. Auch die MacBook Pro-Modelle sowie die iPad Air- und iPad Pro-Varianten werden spürbar teurer, mit Preissprüngen von bis zu 200 US-Dollar je Gerät. Der iPhone-Preis bleibt trotz der angespannten Lage vorerst unverändert – ein Zeichen für die strategische Bedeutung des Smartphones im Apple-Portfolio.
Apple-CEO Tim Cook hatte bereits im Mai vor steigenden Margenbelastungen durch explodierende Speicherpreise gewarnt und Preisanpassungen als „unvermeidbar” bezeichnet. Auch Wettbewerber wie Microsoft, Nintendo und Sony sehen sich gezwungen, ihre Preise wegen der anhaltenden Engpässe bei Speicherkomponenten anzuheben. Analysten rechnen nicht mit einer schnellen Entspannung der Lage und erwarten, dass die höheren Preise die Nachfrage nach Elektronikprodukten nachhaltig dämpfen werden.
Technische Analyse der Apple-Aktie

Der Kult-Konzern aus Cupertino hat in den letzten zwölf Monaten eine beachtliche Rallye hingelegt: Mit einem Plus von 44 Prozent übertrifft Apple den Nasdaq 100 deutlich und setzt damit ein klares Ausrufezeichen. Nach einem furiosen Anstieg bis Dezember folgten zwei knackige Korrekturen, die den Kurs jeweils um über 10 Prozent zurückwarfen, doch der Tech-Schwergewicht meldete sich jedes Mal mit Nachdruck zurück. Heute notiert die Aktie bei 279 US-Dollar.
Apple-Aktie dürfte kurzfristig auf der Stelle treten
Technisch präsentiert sich das Wertpapier aktuell solide: Der Kurs liegt rund 8 Prozent über der 200-Tage-Linie, die selbst weiter ansteigt – ein klares Zeichen für intakten, wenn auch abgeflachten Aufwärtstrend. Die Distanz zur Durchschnittslinie war in den vergangenen Monaten zeitweise noch ausgeprägter, was auf die zuletzt nachlassende Dynamik hindeutet. Dennoch bleibt der Trend nach oben gerichtet, auch wenn die ganz großen Sprünge vorerst ausbleiben.
Unsere Modelle zeigen für die kommenden vier Wochen einen Zielkorridor zwischen 272 und 311 US-Dollar – die Bandbreite ist also nicht zu unterschätzen. Das erwartete Plus von 0,5 Prozent signalisiert eine Phase der Konsolidierung, in der größere Ausreißer nach oben oder unten zwar möglich, aber nicht das Basisszenario sind. Kurzfristig dürfte Apple damit eher auf der Stelle treten als neue Rekorde zu jagen.
