So reich bist Du im Vergleich mit allen Deutschen wirklich

So reich bist Du im Vergleich mit allen Deutschen wirklich
In welcher Klasse liegst Du mit Deinem Vermögen?

Mit dem Reichtum ist es so eine Sache: Friedrich Merz besitzt eine zweimotorige Propellermaschine, er ist nach eigenen Aussagen Millionär. Doch als er 2018 gefragt wurde, zu welcher Schicht er damit in Deutschland gehöre, ordnete sich der heutige Bundeskanzler damals in die „gehobene Mittelschicht“ ein.

Das ist kein außergewöhnlicher Fauxpas des CDU-Politikers. Auch sein SPD-Vorgänger Olaf Scholz sagte im Wahlkampf 2020, er empfinde sich selbst nicht als reich, sondern sei Teil der Mittelschicht. Das mag taktisches Understatement von Spitzenpolitikern sein, doch tatsächlich zeigen Studien, dass viele Deutsche sich für ärmer halten als sie wirklich sind.

Ich will hier etwas bei der Einordnung helfen und habe deswegen die neuen Daten des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) ausgewertet. Sie beruhen auf der Vermögensbefragung der Deutschen Bundesbank. Die Zahlen stammen noch aus dem Jahr 2023, sind aber die aktuellsten, die zur Verfügung stehen. Demnach lag das Medianvermögen – also die Summe, die Deutschland exakt in eine reichere und eine ärmere Hälfte teilt – bei 103.100 Euro. Gemeint ist damit das Nettovermögen, also der Wert all Ihrer Besitztümer abzüglich aller Schulden.

 Ab 777.200 Euro bist Du definitiv reich

 Die Vermögensskala wird dabei in Perzentile unterteilt. Wer mindestens 103.100 Euro besitzt, gehört damit also zu den reichsten 50 Prozent der Deutschen. Ein Perzentil höher gelangst Du mit mindestens 196.300 Euro, wer zu den reichsten 30 Prozent gehören möchte, braucht mindestens 326.000 Euro. Ab 472.000 bist Du im nächsten Perzentil und ab 777.200 Euro gehörst Du zum exklusiven Club der oberen zehn Prozent im Land. Friedrich Merz als Millionär steht also exakt dort.

 Nach unten hin werden die Summen naturgemäß kleiner, und zwar schnell. Zu den reichsten 60 Prozent gehörst Du ab 49.100 Euro, für die reichsten 70 Prozent reichen 19.100 Euro. Mit weniger als 7100 Euro gehörst Du bereits zu den ärmsten 20 Prozent im Land und mit 800 Euro oder weniger auf der hohen Kante zu den 10 ärmsten Prozent.

Das Vermögen ändert sich mit dem Alter

 Aber: Diese Daten beziehen sich auf alle Deutschen. Das mag ein bisschen unfair erscheinen, denn natürlich besitzen 60-Jährige nach einem langen Berufsleben mehr Geld als ein 20-Jähriger, der gerade erst in dieses startet. Letzterer hatte noch gar keine Chance, nennenswertes Vermögen aufzubauen. Deswegen hat das IW Köln hat die Daten nach Altersklassen aufgefächert.

So liegt das gesamte Medianvermögen wie gesagt bei 103.100 Euro. Für Menschen unter 35 Jahren sind es aber nur 17.300 Euro. Der Wert steigt mit dem Alter an. Zwischen 35 und 44 Jahren besitzen Menschen im Mittel 75.500 Euro, zwischen 45 und 54 Jahren sind es 146.200 Euro, zwischen 55 und 64 Jahren 241.100 Euro, zwischen 65 und 74 Jahren 193.300 Euro und darüber 172.500 Euro.

Dass die Vermögenswerte nach dem 65. Geburtstags wieder sinken, ist demnach auch logisch. Menschen scheiden aus dem Berufsleben aus und werden zu Rentnern mit geringerem Einkommen – und verzehren damit stückweise Ihre Altersvorsorge. Zudem versterben hier eben auch wieder Menschen aus Haushalten, wodurch die Zahl der Einpersonenhaushalte wieder zunimmt.

 Die 55- bis 64-Jährigen haben das meiste Geld

Das meiste Vermögen haben deswegen die 55- bis 64-Jährigen am Ende ihres Arbeitslebens. Um hier zu den obersten zehn Prozent zu gehören, musst Du schon Millionär sein. Die Schwelle von 1.061.200 Euro ist die höchste in der gesamten Auswertung. Knapp dahinter liegen die reichsten zehn Prozent der jungen Rentner von 65 bis 74 Jahren mit 1.019.800 Euro.

 Am anderen Ende haben die ärmsten zehn Prozent der unter 35-Jährigen mindestens 300 Euro Schulden – also nicht einmal wirklich ein Vermögen. Das hat sich aber gegenüber der vorherigen Auswertung von 2018 deutlich verbessert. Damals lag der Wert noch bei 6550 Euro Schulden, auch die ärmsten 20 Prozent dieser Altersklasse und die ärmsten 10 Prozent der 35- bis 44-Jährigen steckten noch in den Schulden.

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