Riskiert Warsh wirklich den Machtkampf?
Es waren – für einen Notenbanker – klare Worte, die Fed-Chef Kevin Warsh bei seiner Rede beim Treffen mit seinen Kollegen aus der ganzen Welt in Jackson Hole wählte: „Wir müssen zuversichtlich sein, dass sich die zugrunde liegende Inflation klar und mit ausreichender Geschwindigkeit auf unser Ziel zubewegt. Andernfalls haben wir noch Arbeit vor uns.“ Die Verantwortung für „65 Monate anhaltender, erhöhter Inflation“ liege bei der Zentralbank.
Für Laien klingt das erst einmal selbstverständlich und nicht besonders aufregend. Schließlich ist es doch die Aufgabe einer Notenbank, die Inflation im Griff zu halten. Anleger horchten allerdings auf und reagierten prompt: Gold verlor als Reaktion auf Warshs Rede über drei Prozent und fiel wieder unter die Marke von 4500 Dollar. Auch Bitcoin gab deutlich nach. Der Dollar wiederum wertete gegenüber dem Euro stark auf. Ein Euro kostet knapp 1,158 Dollar. In der Woche zuvor lag der Preis noch bei fast 1,17 Dollar. Ein Cent mehr oder weniger klingt vielleicht wenig. Aber auf dem Devisenmarkt sind das Welten.