Money-Call mit Thierry vom 8.12.: Warum 2026 schwierig wird und zwei Top-Aktien

Money-Call mit Thierry vom 8.12.: Warum 2026 schwierig wird und zwei Top-Aktien

Money-Call mit Thierry Borgeat aus dem "Money + Mind"-Expertenteam: Er rechnet für 2026 mit einem potenziell turbulenten und schwierigen Marktumfeld. Der Grund: 2026 gehört als „Midterm Year“ im US-Präsidentschaftszyklus statistisch zu den komplizierteren Börsenjahren. Solche Zwischenwahljahre erzeugen erfahrungsgemäß hohe Unsicherheit – und diese Unsicherheit führt oft zu erhöhter Volatilität.

Warum Borgeat vorsichtig wird

Borgeat nennt mehrere klare Warnsignale, die ihn zu einer defensiveren Positionierung veranlassen:

  • Überhöhte Bewertungen: Vor allem Tech-Aktien erscheinen ihm extrem ambitioniert bewertet. Er weist darauf hin, dass das Price/Sales-Verhältnis im Tech-Sektor heute sogar über dem Niveau der Dotcom-Ära liegt – ein Setup mit hohem Überraschungspotenzial.
  • Bitcoin als Frühindikator: Da Bitcoin extrem eng mit dem NASDAQ korreliert, nutzt Borgeat die Kryptowährung als Risikoindikator. Fällt Bitcoin, erwartet er, dass die Tech-Aktien folgen.
  • Hindenburg-Omen: Dieses Signal deutet für ihn auf eine ungesunde Marktbreite hin, weil nur wenige Aktien die Kurse tragen. Auch wenn das Omen besonders für die nächsten drei bis sechs Monate relevant ist, verstärkt es seine Skepsis.
  • Sektorrotation: Borgeat beobachtet, dass Kapital vermehrt in defensive Sektoren wie Healthcare fließt – für ihn ein klassisches Zeichen, dass Investoren Risiken reduzieren.

Allerdings gibt es durchaus Aktien, die interessant und ein Investment sind. Auch darüber sprach Thierry Borgeat ausführlich im Money-Call.

Wichtige Stellen:
00:00 Wie ist die Lage am Markt?
02:56 Warum 2026 ein schwieriges Jahr werden könnte
05:02 Eine Sektorrotation hat stattgefunden
08:10 Die Kursverluste beim Bitcoin sind ein schlechtes Zeichen
12:22 Midterm-Jahre sind oft schlechte Börsenjahre
18:16 Den KI-Aktien könnte das Schicksals der Airlines drohen
24:25 Das Hindenburg-Omen als wichtiges Signal
29:37 Warum jetzt die Zeit für Healthcare-Aktien schlägt
38:40 Aktientipp eins
47:30 Aktientipp zwei

Hier den ganzen Money-Call sehen. Unter dem Video findest du eine Zusammenfassung der restlichen Punkte.

0:00
/64:36

Warum Borgeat den Gesundheitssektor bevorzugt

Borgeat sieht im Gesundheitswesen gleich mehrere Vorteile:

  • Die Bewertungen liegen historisch im unteren Bereich und erscheinen ihm – im Gegensatz zu vielen anderen Sektoren – weiterhin vernünftig.
  • Der Sektor profitiert dauerhaft von demografischem Wachstum, da ältere Menschen drei Mal so hohe Gesundheitskosten verursachen.
  • Die Nachfrage in Schwellenländern steigt stetig.
  • Healthcare gehört zu den wenigen Sektoren, die ähnlich wie Tech konstant zweistellige Wachstumsraten liefern.
  • Sollte 2026 eine Stagflation bringen, hält Borgeat den Sektor wegen seiner Preissetzungsmacht und Krisenresistenz für besonders gut aufgestellt.

Aktienempfehlungen von Thierry Borgeat

1. Stryker (SYK) – Qualitäts-Compounder mit stabilen Wachstumstreibern

Borgeat stuft Stryker als klassischen Quality Compounder ein, der seiner Meinung nach in fast jedes langfristige Depot gehört. Das Unternehmen profitiert besonders von seinen starken Orthopädie- und Chirurgie-Segmenten.

Er hebt hervor:

  • Stryker ist Marktführer in der Orthopädie (Knie- und Hüftimplantate).
  • Der Mako-Roboter verschafft dem Unternehmen einen technologischen Vorsprung von etwa drei Jahren.
  • Das Rasierklingenmodell bindet Krankenhäuser dauerhaft in das Stryker-Ökosystem ein.
  • 75–80 % der Umsätze sind wiederkehrend, u. a. über Service- und Softwaregebühren (ca. 2.000 Dollar pro Operation).
  • Operationen können zwar verschoben, aber nicht vermieden werden – deshalb bewertet Borgeat die Aktie als rezessionssicher.
  • Mit einer Bruttomarge von 65 % und langfristigem Wachstum von rund 10 % (Umsatz und Gewinn) sieht er Stryker fundamental hervorragend aufgestellt.
  • Das KGV von 24 hält er für angemessen für einen Qualitätswert dieser Kategorie.

2. Intuitive Surgical (ISRG) – Hochwertiger Wachstumswert mit technologischer Dominanz

Borgeat beschreibt Intuitive Surgical als „spicy“: hohes Wachstum, aber mehr Volatilität. Dennoch überzeugt ihn die Marktposition klar.

Er betont:

  • Intuitive Surgical dominiert weiterhin die robotergestützte Chirurgie – trotz neuer Konkurrenz durch Johnson & Johnson und Medtronic.
  • Der Da Vinci-Roboter bildet ebenfalls ein Rasierklingenmodell ab:
    – Anschaffung 1,6 Millionen Dollar
    84 % wiederkehrende Umsätze über Zubehör und hochprofitable Serviceverträge
  • Serviceverträge sorgen für hohe Margen, weil sie technologische Perfektion garantieren müssen.
  • Die Nutzung steigt kontinuierlich. Ende 2024 zählte Borgeat 2,7 Millionen Eingriffe, langfristig sieht er ein Potenzial von bis zu 22 Millionen Operationen pro Jahr.
  • Das historische KGV von rund 60 hält er trotz der Höhe für „normal“ in diesem Wachstumssegment – vorausgesetzt, das Unternehmen liefert weiter stark ab.
Jetzt kostenlos testen