Iran-Tweets, mysteriöse Trades und eine wichtige Botschaft für Anleger
Für Trader ist das aktuelle Hin und Her an den Märkten ein Paradies. Für die meisten anderen Anleger ist es die Hölle. Sie brauchen wirklich gute Nerven, um jetzt keine Dummheiten zu machen und die Spannung auszuhalten.
Die letzten 24 Stunden waren wirklich wild. Erst die Sorge vor einer totalen Eskalation mit Angriffen der USA auf die Energieinfrastruktur des Irans mit anschließenden Racheschlägen Teherans. Dann der Post von US-Präsident Trump, in dem er von guten Gesprächen mit dem Iran spricht und das Ultimatum verlängert. Wenig später das Dementi des Iran. Und nun wiederum die Drohung von Saudi-Arabien, mit in den Krieg einzusteigen. Das ist wirklich eine Menge zu verarbeiten.
Dieser Chart zeigt sehr schön den turbulenten Handel:

Kleine Notiz am Rande: Offenbar hat es rund um den Trump-Post ungewöhnliche Marktbewegungen gegeben, wie „Bloomberg“ berichtet. Veröffentlicht wurde er um 7:05 Uhr Ortszeit. Ab 6:49 Uhr gab es für zwei Minuten heftige Future-Verkäufe am Ölmarkt. Das Volumen belief sich auf sechs Millionen Barrel. Üblich seien für diese Zeit 700.000 Barrel, wie „Bloomberg“ schreibt. Das Gleiche geschah mit Futures auf den S&P 500 – nur andersherum. Sie wurden im großen Stile gekauft, weil manche Investoren mit steigenden Kursen rechneten. Zufall oder nicht: Einige Leute haben in diesen paar Minuten richtig viel Geld verdient.
Interessant auch dieser Tweet:

Was macht jetzt der Iran?
Ich ziehe zumindest ein bisschen Hoffnung aus den Ereignissen: Trump gibt sich gesprächsbereit. Er scheint einen Ausweg aus dem Dilemma zu suchen. Jetzt wäre es wichtig, dass ein positives Signal aus Teheran kommt. Solange der Iran nicht mitspielt, wird auch der US‑Präsident den Krieg mit all seinen Folgen für die Energiepreise und die Weltwirtschaft nicht einseitig beenden können.
Alexander Altman, Aktienstratege bei Barclays, zeigt sich zumindest vorsichtig optimistisch:
„Dieses Narrativ lässt sich letztlich auf die Frage reduzieren, ob man glaubt, dass beide Seiten einen Ausweg – eine ‚Off-Ramp‘ – wollen (sic!). Wenn man davon ausgeht, dass die USA die Lage deeskalieren wollen, um ihr politisches Überleben zu sichern, und die Revolutionsgarden (IRGC) auch in Zukunft noch ein Regime haben wollen, das sie kontrollieren können (wieder: Überleben!), dann wird die Diplomatie siegen. Ja, ‚zum TACO gehören immer zwei‘ ... aber das erfordert, dass eine Partei den ersten Schritt macht. Und momentan tanzen beide.“
"Wir erleben in einer Zeit..."
Ich finde die Botschaft von Blackrock-Chef Larry Fink in seinem aktuellen „Letter to Investors“ in diesen turbulenten Tagen sehr hilfreich.