Für die echte finanzielle Freiheit ist mehr nötig als ein hoher Kontostand

Für die echte finanzielle Freiheit ist mehr nötig als ein hoher Kontostand

Finanziell frei sein und ein unabhängiges, freies Leben zu führen - das sind zwei verschiedene Dinge. Nur weil man es sich leisten kann, heißt es noch lange nicht, dass man auch tatsächlich seinen Job kündigt.

Diese Erfahrung hat Vincent Willkomm gemacht. Eigentlich hat geschafft, wovon viele träumen: Er hat sich ein Millionenvermögen aufgebaut und ist finanziell frei. Doch interessanterweise brauchte er lange, um sich einzugestehen, dass er sein Ziel der finanziellen Freiheit erreicht hat.

Zwar reduzierte Vincent immer mehr seine Arbeitszeit, aber völlig hinter sich lassen konnte er sein sicheres Angestelltenverhältnis nicht. "Im Umfeld kam ganz, ganz oft so die Anmerkung: ,Mensch, warum gehst du noch arbeiten? Hast du ja nicht mehr nötig dies, das.' Aber ich habe immer irgendwie eine Begründung gefunden, warum man es doch noch machen müsste oder so, die aller letzte Sicherheitsstufe auch noch einziehen und, und, und."

Vincent Willkomm lebt in Hamburg

Dazu kam: "Das ist ja über Jahre jetzt so drin, dass du arbeiten gehst, Geld verdienst, sparsam mit den Ausgaben bist, das ganze Geld an die Börse trägst oder irgendwie investierst und so. Das hat sich ja über Jahrzehnte gefestigt in dir und das ist eben nicht so einfach auf einmal von heute auf morgen oder nach irgendeinem Kontostand, das Du sagts: ,Oh, jetzt sind die zwei Millionen übersprungen, ab morgen gebe ich das Geld aus oder so.' Das wäre vielleicht rational irgendwie normal oder schlüssig, aber so funktioniert ja der Mensch normalerweise nicht. Von daher ist das ein Prozess."

Erst jetzt sagt er: "Ich bin soweit. Ich denke, dass ich da jetzt auch schon eine gewisse Entwicklung gemacht habe." Im August will er kündigen. Für Vincent war entscheidend, sich ein paar Sache klarzumachen.

„Es kann ja auch übermorgen, wenn es doof läuft, zu Ende sein durch irgendeinen blöden Umstand. Und einfach auch dieser Gedanke: ,Wofür habe ich das nochmal gemacht? Ach ja, ich wollte ja kürzer treten.‘ Man muss nicht unbedingt mit 2,5 Millionen Euro auf dem Konto sterben. Das ist nicht schlimm, wenn da nachher nur noch 500.000 Euro sind, die man vererbt oder so. Man muss sich bewusst werden: Man wird älter und man hat auch nicht ewig die Zeit, um das, was man jetzt angehäuft hat, irgendwann auch wieder unter die Leute zu bringen und auch das zu genießen, dass man diesen diesen Status sich irgendwie erarbeitet.‘‘

Die Zitate stammen alle aus meinem Gespräch mit Vincent. Ich habe mich mit ihm über seinen Weg in die finanzielle Freiheit unterhalten. Wie hat er es geschafft? Welche Tipps hat er für alle, die dieses Ziel auch erreichen wollen?

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Hier sind die wichtigsten Punkte in der Zusammenfassung:

Der Weg zur finanziellen Freiheit

  • Früher Start: Vincent begann bereits in seiner Jugend, sich für Wirtschaft und Finanzen zu interessieren. Er verzichtete auf ein langes Studium und startete früh eine Ausbildung, um zeitig Geld zu verdienen.
  • Hohe Arbeitsbereitschaft: In seinen jungen Jahren arbeitete er extrem viel, nahm jede Überstunde mit und meldete sich freiwillig für Auslandseinsätze, die andere Kollegen oft ablehnten. Sein Ziel war es, „Gas zu geben“, solange er jung und fit war.
  • Frugalismus & Investition: Er lebte nach dem Prinzip, viel zu arbeiten, wenig auszugeben und die Differenz konsequent zu investieren. Bereits mit 40 Jahren knackte er die Vermögensgrenze von einer Million Euro.
  • Einkommensströme: Er baute sich diverse passive und aktive Einkommensquellen auf, darunter Mieteinnahmen aus Immobilien, Dividenden aus Aktien, Optionshandel sowie P2P-Kredite und Kryptowährungen.

Vincents Tipps für die finanzielle Freiheit:

  • Langfristiges Denken: Man sollte nicht versuchen, über Nacht reich zu werden, sondern in langen Zeiträumen planen. Vincent warnt vor Coaches, die einem erzählen, dass der Weg zur finanziellen Freiheit schnell und einfach ist.
  • Sparsam leben: Nur Geld, das nicht ausgegeben wird, kann investiert werden.
  • Frühe Investition: Je früher man anfängt, das verdiente Geld für sich arbeiten zu lassen, desto eher greift der Zinseszinseffekt.
  • In Etappen denken: Man sollte die finanzielle Freiheit in kleinen Schritten feiern, zum Beispiel wenn die ersten Einnahmen bereits Fixkosten wie das Fitnessstudio oder die Handyrechnung decken.
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