Eine jahrzehntelange Durstrecke steht für Anleger vor dem Ende

Eine jahrzehntelange Durstrecke steht für Anleger vor dem Ende
Quelle: Getty

Ich will in diesem Börsenupdate gar nicht viel schreiben, sondern lieber die Zahlen sprechen lassen. Diese lauten: 33, 22 und 21. Es handelt sich dabei um die Performance (in Prozent) der drei großen Indizes von MSCI, also Emerging Markets, All Country World (ACWI) und World im Jahr 2025.

Zum ersten Mal seit 2020 performten die Schwellenländer vergangenes Jahr besser als die Industrieländer. Vorneweg zogen im vergangenen Jahr Südkorea, dessen Leitindex KOSPI um fast 76 Prozent stieg, Chiles IGPA mit 57 Prozent und Tschechiens PX mit 53 Prozent. Die Hälfte der Schwellenländer verbuchte stärkere Kursgewinne als der Dax.

Entsprechend konnte auch der MSCI ACWI mal wieder seit Langem den MSCI World mit einem kleinen Renditevorsprung hinter sich lassen. Auch seit Jahresanfang laufen die Emerging Markets wieder besser als der Rest der Welt. Es könnte sein, dass eine jahrzehntelange Durststrecke für Anleger endlich endet. Hält der Trend an, bekommen die Emerging Markets und der Globale Süden auch an der Börse das Gewicht, das sie wirtschaftlich und politisch längst haben.

Denn ein Investment in die Schwellenländer war in den vergangenen Jahren für Anleger alles andere als lohnenswert. In den vergangenen fünf Jahren lag die Durchschnittsrendite für den MSCI Emerging Markets bei 4,20 Prozent, in den letzten zehn Jahren bei 8,42 Prozent. Zum Vergleich: Mit dem MSCI World konnten Anleger im Schnitt 12,15 Prozent beziehungsweise 12,17 Prozent (über zehn Jahre) verdienen. Wer auf Schwellenländer setzte, bezahlte das mit erheblichen Renditeeinbußen.

Dabei gab und gibt es starke Gründe für ein Investment. Die Wirtschaft dieser Länder wächst dynamischer, die Bevölkerung ist jünger, und wer die Welt-AG in seinem Depot abbilden will, der kommt an den Schwellenländern natürlich nicht vorbei. Den Märkten aber waren diese Argumente egal.

Was sie aber nun zu überzeugen scheint: Die Bewertung der Schwellenländer ist – mit Ausnahme von Indien und Taiwan – deutlich günstiger als in den Industrieländern. Und in der Vergangenheit war es für eine gute Langfristperformance ein wichtiger Faktor, eher in günstige Märkte zu investieren, als auf Momentum zu setzen und in Märkte einzusteigen, die bereits teuer sind.

Es ist also durchaus sinnvoll, jetzt einmal einen Blick ins Depot zu werfen und den Schwellenländer-Anteil zu überprüfen. Aus meiner Sicht wäre es ein großer Fehler, hier einen „Blind Spot“ zu haben. Hier sind ein paar Investment-Ideen:

  • MSCI Emerging Markets (zum Beispiel von iShares, ISIN IE00B4L5YC18)
  • FTSE Emerging Markets (zum Beispiel von Vanguard, ISIN: IE00B3VVMM84)
  • MSCI Asia Ex Japan (zum Beispiel von UBS, ISIN: IE00B7WK2W23)
  • MSCI Emerging Markets ex China (zum Beispiel von Xtrackers, ISIN: IE00BM67HJ62)
  • FTSE Asia ex China ex Japan (zum Beispiel von Franklin Templeton, ISIN: IE00BFWXDV39)

Wer gezielt auf einzelne Schwellenländer setzen will: Franklin Templeton hat eine breite Auswahl sehr günstiger ETFs auf einzelne Länder aufgelegt:

  • Franklin FTSE Brazil (IE00BHZRQY00)
  • Franklin FTSE India (IE00BHZRQZ17)
  • Franklin FTSE Korea (IE00BHZRR030)
  • Franklin FTSE Taiwan (IE000CM02H85)
  • Franklin FTSE Saudi Arabia (IE000C7DDDX4)
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