Die Rückkehr des Greenspan-Puts?
Wir sehen gerade die Korrektur von der Korrektur. Der Nasdaq gewann am Montag 2,6 Prozent, das höchste Tagesplus seit Mai. Ich hatte ja gestern schon ein bisschen über die Gründe geschrieben. Ein ganz wichtiger Auslöser aus meiner Sicht: Die Hoffnung auf eine Zinssenkung der Fed haben nach den Äußerungen verschiedener Notenbanker deutlich verstärkt. Die Wahrscheinlichkeit wird inzwischen mit knapp 70 Prozent beziffert. Davor lagen sie bei knapp 40 Prozent. Inzwischen geht der Markt von deutlich niedrigeren Zinsen im nächsten Jahr aus als noch vor einer guten Woche.

Die Kursreaktion erinnert ein bisschen an die Ägide von Fed-Chef Alan Greenspan, der „Magier der Märkte“. Greenspan hatte den Posten von 1987 bis 2006 inne. In dieser Zeit (und auch noch später) schien die Fed bei den Zinsentscheidungen auch immer ein Auge auf die Märkte zu haben. Fielen die Kurse, senkte die Fed auch die Zinsen (siehe Titelgrafik). Daher entstand der Begriff „Greenspan-Put“. Schaut man sich die Kursentwicklung seit Freitag an, scheinen die Börsen erneut verstärkt zu glauben, dass die Fed die Anleger nicht im Regen stehen lässt und zur Hilfe kommt, wenn es zu Turbulenzen an den Märkten kommt.
Ich halte das Narrativ gar nicht für so unwahrscheinlich. Natürlich bieten auch die sinkende Inflationserwartung und der sich eintrübende Arbeitsmarkt Argumente für eine Zinssenkung. Mit einem Präsidenten im Weißen Haus, der seinen Erfolg auch stark über die Entwicklung der Aktienmärkte definiert, könnten S&P500 und Co. künftig stärker ins Blickfeld der Fed geraten. Die Gefahr ist allerdings, dass sich die Märkte noch mehr von den Fundamentaldaten lösen als es im Moment bereits scheint.