Die Gold-Rallye ist noch nicht vorbei

Die Gold-Rallye ist noch nicht vorbei

Ich muss gestehen: Ich habe nicht daran geglaubt, dass der Goldpreis nach dem starken Anstieg in 2025 im gleichen Tempo in 2026 weitermacht. Inzwischen steht er bei 4600 Dollar, ein Plus von fast sieben Prozent seit Jahresanfang. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Plus damit bei 70 Prozent.

Die große Frage ist natürlich: Ist das Potenzial nun ersteinmal ausgereizt? Die DZ Bank sagt in einer neuen Prognose: Klares Nein. Sie hat ihr Kursziel für Gold von auf 5000 Dollar auf Sicht der nächsten zwölf Monate erhöht (siehe Grafik). Eine Kombination aus geldpolitischen Entwicklungen, politischer Einflussnahme und globalen Spannungen wird Gold aus Sicht der Experten weiter nach oben treiben.

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Ökonomische Faktoren und Geldpolitik

  • Erwartete Zinssenkungen in den USA: Die Marktteilnehmer rechnen mit mindestens zwei Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank (Fed) bis zum Jahresende. Da Gold keine Zinsen abwirft, steigt seine relative Attraktivität gegenüber US-Staatsanleihen, wenn deren Renditen aufgrund sinkender Marktzinsen fallen.
  • Vertrauensverlust in den US-Dollar: Das Vertrauen in den US-Dollar als „sicherer Hafen“ ist stark angeschlagen. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die politische Einflussnahme des US-Präsidenten Trump auf die Unabhängigkeit der Federal Reserve. Durch personelle Neubesetzungen im Board of Governors und die Erwartung einer expansiveren Geldpolitik, die nicht allein auf Wirtschaftsdaten basiert, könnte der Dollar nachhaltig an Wert verlieren, was die Goldnachfrage stärkt.

Politische und geopolitische Faktoren

  • Geopolitische Spannungen und Blockbildung: Die Welt befindet sich in einer Phase der De-Globalisierung und Blockbildung, verstärkt durch eine kompromisslose „America-first-Politik“ und Importzölle. Spezifische Ereignisse, wie Eingriffe in Venezuela oder Drohungen gegenüber dem Iran und Kolumbien, festigen den Status von Gold als ultimativem sicheren Hafen.
  • Strukturelle Nachfrage der Zentralbanken: Zentralbanken aus Schwellenländern, insbesondere aus den BRICS-Staaten wie China, aber auch aus Ländern wie der Türkei und Polen, erhöhen massiv ihre Goldbestände. Ein Hauptmotiv für die Zentralbankkäufe ist der Wunsch nach Unabhängigkeit vom US-Dollar und Euro, um die Anfälligkeit gegenüber potenziellen westlichen Sanktionen zu verringern. Laut Umfragen planen viele Zentralbanken, den Goldanteil in ihren Reserven trotz der hohen Preise weiter auszubauen

In einem Satz zusammengefasst: Die Treiber sind weiter intakt.

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