Der „Orange Swan“ schockt wieder die Märkte
Gerade hatte jeder gedacht, dass sich die Situation im Iran-Konflikt normalisiert. Die ersten Schiffe fuhren wieder durch die Straße von Hormus. Das Niveau hatte noch längst nicht den Stand von vor Beginn der Attacken erreicht (siehe Grafik) – aber immerhin. Der Ölpreis fiel.

Doch nun ist alles wieder offen. Der „Orange Swan“ aus dem Weißen Haus wirbelt wieder die Märkte durcheinander. US-Präsident Trump will nichts mehr vom Rahmenabkommen mit dem Iran wissen. Er ließ am Mittwoch eine wahre Schimpftirade Richtung Teheran los:
„Ich will nichts mit ihnen zu tun haben, aber sie sind Abschaum. Es sind kranke Menschen, sie werden von kranken Menschen geführt, und es sind bösartige, gewalttätige Menschen, und wenn sie eine Atomwaffe hätten, würden sie diese einsetzen.“
Der Ölpreis reagierte mit einem deutlichen Kursanstieg und steht wieder in der Nähe von 78 Dollar je Barrel. Das ist bemerkenswert. Denn zuletzt waren dem Markt die Rückschläge im Friedensprozess mehr oder weniger egal gewesen. Der Ölpreis fiel einfach immer wieder, egal, ob Drohnen oder Raketen flogen.
Mit der Eskalation und der Verteuerung bei Öl flammt auch wieder das Inflationsthema auf. Gold verlor gestern deutlich, die Anleihenrenditen stiegen. Man darf nicht vergessen: Vor der Wende stand der Ölpreis noch immer 25 Prozent über dem Niveau vom Februar.