Rheinmetall: Übernahmepläne befeuern Rüstungsaktien
Die Aktien der europäischen Rüstungsbranche haben am Montag kräftig zugelegt, nachdem der französische Konzern Thales die Übernahme des Unterwasserdrohen-Spezialisten Exail Technologies angekündigt hat. Gleichzeitig sorgen die schwierigen Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine sowie der bevorstehende Nato-Gipfel für zusätzliche Impulse im Sektor. Analysten sehen in den angekündigten milliardenschweren Militärhilfen der Nato für die Ukraine ein weiteres Signal für die anhaltende Nachfrage nach Rüstungsgütern.
Im DAX stiegen Rheinmetall-Aktien um 2,0 Prozent und setzten damit ihre Erholung nach dem Kursrutsch im Juni fort, der durch die überraschende Absage eines milliardenschweren Fregatten-Projekts ausgelöst worden war. Im MDax legten RENK um 3,5 Prozent, TKMS um 3,0 Prozent und HENSOLDT um 2,5 Prozent zu.
Thales hat eine verbindliche Vereinbarung zum Kauf von 35,51 Prozent der Exail-Anteile von der Familie Gorgé zu einem Preis von 134 Euro je Aktie unterzeichnet. Die verbleibenden Aktien des auf maritime Robotik spezialisierten Unternehmens sollen über ein Pflichtübernahmeangebot erworben werden. Mit dem Zukauf will Thales insbesondere seine Position in der Unterwasser- und Navigations-Technologie stärken und sich neue Wachstumsfelder erschließen.
Technische Analyse der Rheinmetall-Aktie von index-radar.de

Der Rüstungskonzern hat in den vergangenen zwölf Monaten eine eindrucksvolle Talfahrt hingelegt: Vom Herbsthoch bei fast 2000 Euro stürzte die Aktie mit kurzen Erholungspausen auf aktuell 1115 Euro ab. Während der DAX solide zulegte, verlor Rheinmetall deutlich an Boden – ein Minus von über 38 Prozent auf Jahressicht spricht eine klare Sprache.
Der Wehrtechnologie-Hersteller notiert aktuell fast 440 Euro unter seiner 200-Tage-Linie, die selbst kontinuierlich nach unten tendiert – ein klares Signal für den anhaltenden Abwärtstrend. Die Distanz zur Durchschnittslinie ist auf den tiefsten Stand der letzten zwölf Monate gefallen, der Verkaufsdruck bleibt hoch. Technisch ist die Aktie angeschlagen, zeigt aktuell aber Anzeichen einer Stabilisierung.
Unsere Modelle zeigen: In den kommenden vier Wochen dürfte die Aktie weiter unter Druck stehen und sich voraussichtlich im Bereich zwischen 810 und 1337 Euro bewegen. Die Prognose signalisiert einen wahrscheinlichen Rückgang um knapp 4 Prozent, mit einem deutlichen Risiko für neue Tiefststände. Wer auf eine nachhaltige Erholung setzt, könnte enttäuscht werden.

Unser Vorhersagemodell für die kommenden vier Wochen berücksichtigt saisonale Trends aus vergleichbaren Perioden der vergangenen Jahrzehnte, zyklische Muster und die Vorgaben von unserem Aktienklima Deutschland. Die Schwankungsgrenzen (“Prognose-Ränder”) berechnen wir aus der aktuellen impliziten Volatilität von Calls und Puts, sie basieren somit auf der in Optionsprämien eingepreisten Erwartung der Investoren.