Nvidia nimmt Apple ins Visier – RTX Spark als große CPU-Hoffnung

Nvidia nimmt Apple ins Visier – RTX Spark als große CPU-Hoffnung
Nvidia Chef Jensen Huang Imago / Kyodo News

Nvidia greift Apple frontal an. Gemeinsam mit Microsoft arbeitet der Chipkonzern an einer neuen Generation von Windows-PCs, die die bisherigen Maßstäbe bei Leistung und Energieeffizienz neu definieren soll. Erstmals übernimmt Nvidia dabei die Rolle des Hauptprozessor-Lieferanten und will den MacBooks von Apple Marktanteile abjagen.

Die Präsentation des ersten Geräts wird bereits in den kommenden Wochen erwartet. Nvidia kündigt auf der Social Media Plattform X sogar nichts Geringeres als eine „neue Ära des PCs“ an.

RTX Spark als größer Hoffnungsträger

Bereits seit 2023 arbeiten der Chipentwickler Nvidia und Microsoft an einer neuen KI-Plattform. Mit RTX Spark soll ein neuer Computer entstehen, der als Basis für persönliche KI-Agenten dient. Nvidia-Chef Jensen Huang sieht darin einen grundlegenden Wandel der Computernutzung: „Der PC wird neu erfunden.“ Weiter erklärte er: „40 Jahre lang haben Sie Apps gestartet. Klicken. Tippen. Mit RTX Spark und Microsoft Windows stellen Sie eine Frage – und der PC erledigt die Arbeit.“

So will Nvidia den PC-Markt neu aufrollen

Im neuen Microsoft Surface Laptop Ultra kommt ebenfalls RTX Spark als Prozessor zum Einsatz. Die neue Architektur ermöglicht eine besonders effiziente Verarbeitung von Aufgaben, wodurch sowohl der Energieverbrauch als auch die Wärmeentwicklung deutlich reduziert werden. Gleichzeitig soll das System anspruchsvolle Anwendungen bewältigen, die herkömmliche Laptops an ihre Grenzen bringen.

Damit richtet sich RTX Spark insbesondere an Nutzer mit hohen Anforderungen im Bereich Künstliche Intelligenz, Videobearbeitung und 3D-Rendering. Laut Nvidia unterstützt das System die Wiedergabe von 12K-Videos, die Verarbeitung von 3D-Szenen mit mehr als 90 Gigabyte Datenvolumen, den Betrieb lokaler Large Language Models (LLMs) sowie AAA-Spiele in 1440p-Auflösung mit mehr als 100 Bildern pro Sekunde.

Nvidia kündigt an, dass die Geräte weniger als 18 Millimeter dünn und leichter als zwei Kilogramm sein sollen. Die Wärmeentwicklung soll dabei rund 2,5-mal geringer ausfallen als beim Surface Laptop 7. Im Herbst 2026 folgen Geräte von ASUS, Dell, HP, MSI und Lenovo.

Apple unter Druck

Durch die neue Technologie wächst der Druck auf Apple im Wettbewerb um leistungsstarke und energieeffiziente Chips. Lange Zeit galt der Konzern mit seinen selbst entwickelten M-Chips als Maßstab für die Kombination aus hoher Rechenleistung und geringem Energieverbrauch. Allerdings konnte die Vorstellung des M5-Chips im März 2025 bislang keinen vergleichbaren Kaufimpuls auslösen wie frühere Generationen.

Imago / NurPhoto

Ein Vergleich mit Apple bietet sich insbesondere deshalb an, weil beide Tech-Unternehmen auf die ARM-Architektur setzen. Während Apple seine M-Chips in den MacBooks einsetzt, verfolgt Nvidia mit RTX Spark einen ähnlichen Ansatz. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in Nvidias Expertise bei Grafikprozessoren. Durch die enge Verzahnung von CPU und GPU will der Chipentwickler insbesondere grafikintensiven Aufgaben punkten.

Mit RTX Spark greift Nvidia damit einen Markt an, der bislang als eine der größten Stärken Apples galt: leistungsfähige und zugleich energieeffiziente PCs. Für die Apple-Aktie entsteht daraus kurzfristig zwar kein unmittelbares Risiko, langfristig könnte jedoch zusätzlicher Wettbewerbsdruck entstehen, falls RTX Spark tatsächlich zu einer attraktiven Alternative für Entwickler, Kreative und KI-Anwender wird.

Das sollten Anleger wissen

Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 5,5 Billionen US-Dollar ist Nvidia derzeit das wertvollste Unternehmen der Welt. Vor allem die leistungsstarken Grafikprozessoren (GPUs) des Konzerns haben maßgeblich zum weltweiten Durchbruch generativer Künstlicher Intelligenz beigetragen und den KI-Boom der vergangenen Jahre entscheidend mitgeprägt.

Für die Nvidia-Aktie bleiben die großen Cloud- und KI-Anbieter der wichtigste Wachstumsmotor. 54 Prozent des Umsatzes entfallen auf die drei größten Kunden. Dazu zählen vor allem Microsoft, Amazon, Google und Meta, die weiterhin Milliarden in den Ausbau ihrer KI-Rechenzentren investieren.

Diese Entwicklung spiegelt sich insbesondere im Segment Compute and Networking , dessen Umsatz im vergangenen Quartal um 88 Prozent zulegte. Die sogenannten Hyperscaler steuerten dabei nahezu die Hälfte des gesamten Konzernumsatzes bei. Solange die Investitionen in Künstliche Intelligenz auf hohem Niveau bleiben, dürfte Nvidia von diesem Trend überdurchschnittlich profitieren.

Gleichzeitig sollten Anleger die hohe Abhängigkeit von wenigen Großkunden im Blick behalten. Reduzieren diese ihre Investitionen oder setzen verstärkt auf eigene Chipentwicklungen, könnte dies das Wachstum von Nvidia bremsen. Um das Risiko zu verringern, erweitert Nvidia seine Geschäftsfelder kontinuierlich.

Neben KI-Rechenzentren setzt das Unternehmen zunehmend auf Cloud-Dienste, Industrieanwendungen und KI-PCs für Endverbraucher. Gelingt diese Diversifizierung, könnte Nvidia langfristig auf eine breitere und stabilere Umsatzbasis bauen und für Anleger noch interessanter werden.

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