IBM-Aktie stürzt nach enttäuschenden Quartalszahlen um über 20 Prozent ab
Die Aktien von IBM sind am Dienstag im vorbörslichen US-Handel um mehr als 20 Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen vorläufige Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt hat, die deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben. Der Technologiekonzern erzielte einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,93 US-Dollar bei einem Umsatz von 17,2 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut FactSet mit 3,01 US-Dollar pro Aktie und 17,86 Milliarden US-Dollar Umsatz gerechnet.
IBM-CEO Arvind Krishna machte insbesondere eine schwache Entwicklung im Software- und Infrastruktur-Geschäft für die enttäuschenden Zahlen verantwortlich. Viele Kunden hätten ihre Investitionen kurzfristig auf Hardware wie Server, Speicher und Speicherchips umgeschichtet, um sich vor erwarteten Preiserhöhungen abzusichern. Die daraus resultierende Verschiebung von Großaufträgen habe das Ergebnis spürbar belastet.
Laut Krishna war das Unternehmen zwar auf gewisse Lieferkettenprobleme vorbereitet, habe jedoch das Ausmaß der Investitionsverlagerungen unterschätzt. Zudem seien zahlreiche Großaufträge nicht wie geplant abgeschlossen worden, was maßgeblich zum Verfehlen der eigenen Ziele beigetragen habe. Krishna räumte ein, dass IBM in diesem Quartal zu langsam auf die veränderte Marktsituation reagiert habe und kündigte Verbesserungen im operativen Geschäft an.
Neben IBM rutschten auch andere Technologiewerte tief ins Minus. Dazu gehört auch die Microsoft-Aktie, die im vorbörslichen US-Handel mehr als drei Prozent verliert.
Technische Analyse der Microsoft-Aktie von index-radar.de

Der Software-Gigant aus Redmond hat in den letzten 12 Monaten eine Kursentwicklung hingelegt, die selbst abgebrühte Anleger ins Grübeln bringt: Nach einem soliden Start und einem Hoch im Oktober 2025 setzte ein scharfer Abwärtstrend ein, der sich bis zum heutigen Tag mit kurzen Erholungsphasen fortsetzt. Trotz einzelner Rallyes bleibt das Bild klar: Mit einem Minus von knapp 25 Prozent hinkt Microsoft dem Nasdaq 100 weit hinterher und markiert heute bei 378 US-Dollar ein deutlich tieferes Niveau als vor einem Jahr. Die Daten zeigen, dass der Verkaufsdruck zuletzt sogar zugenommen hat.
Der technische Blick zeigt ein klares Bild: Der aktuelle Kurs liegt mit 378 US-Dollar deutlich unter der 200-Tage-Linie, die bei 441 US-Dollar verläuft. Diese Durchschnittslinie zeigt seit Wochen nach unten und unterstreicht den bestehenden Abwärtstrend, der durch den jüngsten Verkaufsdruck weiter befeuert wird. Unsere Daten belegen, dass von einer nachhaltigen Trendwende bislang keine Spur ist.
Unsere Modelle zeigen für die kommenden vier Wochen ein weiteres Abgleiten in Richtung 323 bis maximal 406 US-Dollar – der Korridor bleibt damit klar nach unten offen. Die Prognose von minus 3,6 Prozent signalisiert, dass sich die Schwäche im Juli fortsetzen dürfte. Wer auf eine schnelle Erholung setzt, sollte die aktuellen Signale nicht ignorieren.

Unser Vorhersagemodell für die kommenden vier Wochen berücksichtigt saisonale Trends aus vergleichbaren Perioden der vergangenen Jahrzehnte, zyklische Muster und die Vorgaben von unserem Aktienklima Deutschland. Die Schwankungsgrenzen (“Prognose-Ränder”) berechnen wir aus der aktuellen impliziten Volatilität von Calls und Puts, sie basieren somit auf der in Optionsprämien eingepreisten Erwartung der Investoren.