Glaubt die Börse plötzlich nicht mehr an den Öl-Schock?
Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Ölsorte Brent ist zu Wochenbeginn unter die Marke von 100 US-Dollar gefallen und hat damit ein neues Zwischentief erreicht. Die nachlassenden Ölpreise wirken sich direkt auf die Attraktivität von Ölaktien aus, die angesichts der aktuellen Marktentwicklung kurzfristig weiter an Boden verlieren könnten.
Vor allem die Aussicht auf eine mögliche Einigung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran verstärkt den Druck auf den Ölmarkt. Am Dienstagmorgen zeigte sich nach neuen US-Angriffen auf den Iran jedoch wieder Ernüchterung.
Ölpreise lassen weiter nach
Marktbeobachter verweisen darauf, dass die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus sowie Fortschritte bei den Friedensverhandlungen zwischen Washington und Teheran das geopolitische Risiko weiter reduzieren könnten.
Dies hatte zur Folge, dass sich die ohnehin schon rückläufigen Ölpreise zunächst weiter abschwächten. Ein Rahmenabkommen könnte das Angebot auf dem Weltmarkt erhöhen und die Preiserwartungen zusätzlich dämpfen.
Die Entwicklung spiegelt sich auch in den Kursen europäischer Ölkonzerne wider: Aktien von TotalEnergies, Eni und Shell gaben am Pfingstmontag im Handelsverlauf zwischen 1 und 2 Prozent nach. Investoren beobachten die geopolitischen Signale und die weitere Preisentwicklung am Ölmarkt mit erhöhter Aufmerksamkeit.
Technische Analyse der TotalEnergies-Aktie

Der französische Energieriese TotalEnergies hat in den letzten zwölf Monaten die Konkurrenz im Euro STOXX 50 regelrecht abgehängt: Mit einem Kursplus von 54,7 Prozent und einer imposanten Rallye seit Januar 2026 hat sich TotalEnergies weit von der Indexentwicklung abgesetzt.
Die auffälligste Wegmarke: Zwischen Anfang Januar und März schoss der Kurs um über 42 Prozent nach oben – ein Momentum, das selbst erfahrene Marktbeobachter aufhorchen ließ. Heute notiert die Aktie bei rund 77 Euro und hat damit die Benchmark nicht nur deutlich übertroffen, sondern auch die eigenen Rekorde neu definiert.
TotalEnergies: Kurzfristige Rücksetzer nicht ausgeschlossen
Der technische Befund ist eindeutig: Mit einem Abstand von aktuell rund 20 Prozent zur 200-Tage-Linie bei 61,7 Euro bewegt sich der Öl-, Gas- und Stromkonzern in klaren Aufwärtssphären.
Die Durchschnittslinie steigt kontinuierlich und signalisiert einen übergeordneten Trend mit wachsender Dynamik – der Kurs hält sich dabei seit Wochen deutlich über diesem Niveau. Technisch betrachtet bleibt das Bild intakt, solange die Unterstützung durch die gleitende Linie nicht ernsthaft getestet wird.
Für die kommenden vier Wochen liefern unsere Modelle eine konkrete Prognose: Die Aktie dürfte sich im Bereich zwischen 72 und 83 Euro bewegen. Der wahrscheinlichste Wert liegt bei 77,8 Euro. Damit bleibt der französische Energieriese in Reichweite seiner Höchststände, doch kurzfristige Rücksetzer sind nicht ausgeschlossen.
