Diese KI-Giganten gelten laut Morningstar aktuell als unterbewertet
Der Hype um Künstliche Intelligenz treibt die Märkte, bringt aber auch Unsicherheit: Während SpaceX mit dem größten Börsengang der Geschichte ein Ausrufezeichen setzte und Unternehmen wie Qualcomm, Broadcom und Micron mit starken Quartalszahlen überzeugten, bleibt die Sorge vor einer KI-Blase bestehen. Ein Ausverkauf von Technologiewerten Ende Juni bremste zuletzt die Euphorie vieler Anleger. Dennoch rücken ausgewählte KI-Aktien verstärkt in den Fokus institutioneller Investoren.
Die Ratingagentur Morningstar nutzt zur Identifikation der attraktivsten KI-Aktien den „Global Next Generation Artificial Intelligence Index“ und vergibt Top-Ratings an führende Unternehmen. Zu den Favoriten zählen unter anderem Nvidia, Microsoft, Amazon, Alphabet, Broadcom, Oracle, Meta Platforms, Alibaba, Tencent, Adobe, Baidu und Palantir. Diese Werte erhielten zum Stichtag 26. Juni 2026 ein Morningstar-Rating von vier oder fünf Sternen und gelten damit als unterbewertet.
Besonders hervorgehoben wird Nvidia: Der Halbleiter-Spezialist und Entwickler der CUDA-Plattform gilt laut Morningstar-Analyst Brian Colello als eine der besten KI-Aktien zum Kauf. Mit einem breiten wirtschaftlichen Burggraben („Economic Moat“) und trotz hoher Unsicherheiten sieht Morningstar den fairen Wert der Aktie bei 280 US-Dollar – aktuell notiert sie rund 33 Prozent darunter. Damit bleibt Nvidia für viele Experten eine der spannendsten Investmentchancen im KI-Sektor.
Technische Analyse der Nvidia-Aktie von index-radar.de

Der KI-Chip-Hersteller hat sich in den vergangenen zwölf Monaten als Taktgeber einer Branche präsentiert, die von Euphorie und Skepsis gleichermaßen befeuert wird. Nach einem furiosen Start im Sommer 2025 und einer steilen Rallye ins Frühjahr hinein, folgten abrupt wechselnde Stimmungen: Auf ein neues Jahreshoch im Mai 2026 antwortete der Markt prompt mit einem kräftigen Dämpfer, ehe der Kurs zuletzt wieder an Fahrt gewann. Heute notiert die Aktie bei 211 US-Dollar und liegt damit minimal vor dem Nasdaq 100 – ein hauchdünner Vorsprung, der die enorme Erwartungshaltung widerspiegelt.
Das Risikoprofil des Grafikchip-Spezialisten gleicht einem temperamentvollen Charakter, der seine Nerven selten im Zaum hält: Die Schwankungsbreite ist mit einer annualisierten Volatilität von 35,5 Prozent fast doppelt so hoch wie beim Index, der maximale Drawdown von 20,2 Prozent spricht eine deutliche Sprache. Doch bemerkenswert bleibt die Fähigkeit zur schnellen Erholung – die tiefsten Rückschläge wurden in nur 32 Tagen wieder aufgeholt, während der Nasdaq 100 für ähnliche Comebacks deutlich länger brauchte.
Technisch betrachtet schwebt der Kurs aktuell komfortabel über seiner 200-Tage-Linie, der Abstand liegt bei rund 12 Prozent. Die Durchschnittslinie selbst steigt zwar weiter an, doch das Tempo hat zuletzt erkennbar nachgelassen – ein klassisches Signal für eine abkühlende Dynamik im übergeordneten Aufwärtstrend. Der US-Halbleiterwert bleibt damit im grünen Bereich, zeigt aber erste Ermüdungserscheinungen.
Unsere Modelle zeigen für die kommenden vier Wochen eine leichte Korrektur: Die Aktie dürfte sich zwischen 190 und 227 US-Dollar bewegen, mit einer Tendenz zum unteren Rand des Prognosekorridors. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist damit klar abgesteckt – kurzfristige Impulse könnten den Kurs auf bis zu 11 Prozent nach unten oder 6 Prozent nach oben treiben.

Unser Vorhersagemodell für die kommenden vier Wochen berücksichtigt saisonale Trends aus vergleichbaren Perioden der vergangenen Jahrzehnte, zyklische Muster und die Vorgaben von unserem Aktienklima Deutschland. Die Schwankungsgrenzen (“Prognose-Ränder”) berechnen wir aus der aktuellen impliziten Volatilität von Calls und Puts, sie basieren somit auf der in Optionsprämien eingepreisten Erwartung der Investoren.