Analysten sehen Rheinmetall-Aktie vor Verdopplung
Rheinmetall gilt bei Morningstar als Favorit im europäischen Verteidigungssektor: Aktienanalystin Loredana Muharremi sieht den fairen Wert der Aktie mit 2380 Euro nahezu doppelt so hoch wie den aktuellen Kurs. Das Unternehmen profitiert von der massiven Ausweitung der Verteidigungsausgaben in Europa und ist in zentralen Bereichen wie Munition, Fahrzeugen und Luftabwehr führend positioniert.
Zudem expandiert Rheinmetall gezielt in margenstarke Geschäftsfelder und investiert verstärkt in Software und Digitalisierung.
Digitalisierung der Kriegsführung eine Chance für Rheinmetall?
Dennoch bleibt die Aktie trotz Rekordauftragsbeständen unter Druck, was auf Sorgen über langsame Beschaffungsprozesse, hohe Investitionen und steigende Lagerbestände zurückzuführen ist. Morningstar hält diese Bedenken für übertrieben und verweist darauf, dass die größten Herausforderungen – insbesondere in der Munitionsproduktion – bereits gemeistert seien.
Eine deutliche Verbesserung der Auftragsumsetzung und des Cashflows wird ab Ende 2024 erwartet, während die stärksten Cashflow-Impulse nach 2027 prognostiziert werden.
Die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung der Kriegsführung sieht Morningstar nicht als Gefahr für Rheinmetall, sondern als Chance. Trotz wachsender Bedeutung von Drohnen und Software bleibt die physische Plattform entscheidend, und Rheinmetall verfügt über eine starke Marktposition in Europa sowie strategische Partnerschaften zur Integration digitaler Lösungen.

Der Rüstungskonzern hat in den vergangenen zwölf Monaten eine beachtliche Talfahrt hingelegt: Nach einem kurzen Höhenflug im Herbst 2025 folgten mehrere scharfe Richtungswechsel, die in einen ausgeprägten Abwärtstrend mündeten. Während der DAX solide sieben Prozent zulegte, verlor Rheinmetall über dreißig Prozent an Wert – ein Absturz, der den Verkaufsdruck der letzten Monate eindrucksvoll unterstreicht. Heute notiert die Aktie bei 1200 Euro und bleibt damit weit entfernt von früheren Höchstständen.
Rheinmetall-Kurs liegt unter Durchschnittslinie
Das Temperament des Düsseldorfer Konzerns ist alles andere als ruhig: Mit einer annualisierten Volatilität von knapp fünfundvierzig Prozent und einem maximalen Drawdown von fast vierundvierzig Prozent zeigt sich die Aktie ausgesprochen nervös, während der DAX im Vergleich fast schon stoisch wirkt. Rückschläge waren tief, die Erholung ließ sich Zeit – die Dauer des Drawdowns übertraf die des Index um Längen. Wer hier investiert war, musste starke Nerven beweisen.
Beim technischen Gesundheitscheck präsentiert sich der Wehrtechnologie-Hersteller angeschlagen: Der aktuelle Kurs liegt deutlich unter der 200-Tage-Durchschnittslinie, die bei 1596 Euro verläuft. Die Distanz zur Durchschnittslinie ist erheblich, und auch der gleitende Mittelwert selbst zeigt inzwischen nach unten – ein klares Signal für anhaltenden Abgabedruck. Die Daten sprechen eine deutliche Sprache: Der Trend bleibt abwärtsgerichtet.
Unsere Modelle zeigen für die kommenden vier Wochen einen engen Korridor zwischen 1074 Euro und 1397 Euro, mit einer mittleren Prognose von plus 2,9 Prozent. Die Schwankungsbreite bleibt hoch, doch der Spielraum nach unten ist klar abgesteckt. Für kurzfristige Optimisten ist kaum Luft nach oben, während das Risiko weiterer Kursrückgänge präsent bleibt.
